Eine Vision für geistliches Leben – Teil 1: Historisch

Wir sind junge Stadtchristen. Unsere Vision für geistliches Leben (des Einzelnen und in der Gemeinschaft) lässt sich an drei Begriffen festmachen: historisch, organisch und relevant. Im Laufe der nächsten Tage werde ich kurze Artikel mit diesen Überschriften veröffentlichen. Hier ist der erste Teil: Historisch.

Wir haben keine Vergangenheit. Und wir haben keine Zukunft. Dafür haben wir Angst. Der moderne Mensch kennt keine Geschichte. Immerhin sind wir ja an der Spitze der Entwicklung! Alles, was vor uns kam, ist deswegen minderwertig. (Es ist höchstens für jemanden interessant, der sich fragt, wie wir an die Spitze gekommen sind.) Als der Fortschrittsglaube noch stark und inspirierend war, hatten wir wenigstens noch eine Zukunft: alles wird besser. Wir arbeiten dran. Wir sind unsere Zukunft, wir sind die Träger unserer eigenen Hoffnung. Aber dieses Perpetuum Mobile funktioniert nicht wirklich. Jetzt blicken wir skeptisch in die Zukunft. Wir sind verunsichert, hängen irgendwie im Nichts. Wir sind die Generation Angst.

Wir brauchen Wurzeln. Wir brauchen Weisheit. Und wir brauchen eine alternative Geschichte für die Zukunft des Menschen und dieses Planeten. Nur so können wir unsere Seele im Jetzt und Hier verorten. Die alten Fragen blieben ungeklärt: Wer sind wir? Wo kommen wir her? Und: Wo geht die Reise hin? Der Zeitgeist gibt uns keine würdige Antwort auf die Frage nach unserer Bestimmung.

Dieses spirituelle Vakuum hat etwas Unerwartetes bewirkt: eine Bereitschaft, den Stimmen der Väter doch wieder unsere Ohren zu schenken. In „The Rebirth of Orthodoxy“ schreibt der Theologe Thomas Oden:

„In grellem Kontrast zur Unfähigkeit des aufgebrauchten Säkularismus steht ein aufkommendes Hoffen auf tiefe, geistliche Wurzeln. Tief in der Geschichte verwurzelt zu sein. Suchende Christen und Juden heute haben ein leidenschaftliches Verlangen nach einem sorgfältigen und zuverlässigen Erinnern an historische Weisheit. Sie haben eine Leidenschaft nach Wurzeln, ein Sehnen nach Tiefe, einen Hunger nach Verständigkeit, ein Verlangen nach Tradition. Dies ist die Wiedergeburt, von der wir wissen, dass sie im Moment geschieht.“

„Das einzig wirksame Gegenmittel“ gegen das, was C. S. Lewis ‘chronological snobbery’ nannte („die unkritische Annahme, dass alles, was nicht mehr aktuell ist, deswegen automatisch abzulehnen sei“), “ist, die frische Meeresluft vergangener Jahrhunderte durch unseren Verstand wehen zu lassen.“ (Lewis) Wir glauben, dass wir die wichtigen Antworten in der Vergangenheit finden können.

 

Konkret: Wir sehen uns als kleinen Teil von Gottes langer Geschichte mit den Menschen. Wir sind kein neues Phänomen. Deswegen wertschätzen wir die Weisheit, die von Juden und Christen seit Tausenden von Jahren bewahrt und weitergegeben wurde. Wir wollen Christsein nicht neu erfinden. Wir wollen keinen neuen Beitrag leisten. Wir wollen der Vergangenheit zuhören, und die Relevanz des Alten wiederentdecken (Kirchenkalender, alte christliche Praktiken, Traditionen und Gottesdienstformen).

Außerdem glauben wir, dass die Frage, was inhaltlich zum christlichen Glauben gehört, bereits vor langer Zeit von den Kirchenvätern geklärt worden ist. Daher sehen wir das Apostolische Glaubensbekenntnis als das Herzstück des Glaubens, an dem wir festhalten, und den wir weitergeben möchten.


Eine Vision für Anbetung

“Anbetung ist ehrfürchtiges Staunen.” (Unbekannt)

Anbetung ist natürlich mehr als Musik. Aber in diesem Artikel beziehe ich mich auf die Lieder, die in einem Gottesdienst zu Gott und für Gott gesungen werden. Es ist möglich, diese Zeit über- oder unter zu bewerten. Manche Christen erhoffen sich von dieser Zeit eine Abkürzung zur persönlichen Heiligkeit. Für andere hat das ‘Lieder Singen’ zwar einen traditionellen Platz in jedem Gottesdienst, ist aber überhaupt nicht mit ihrem Alltag verbunden und kommt nicht von Herzen.

Christen haben schon immer gesungen. Aber was macht eine ‘gute’ Anbetungszeit aus? Worum sollte es dabei gehen?

Himmel trifft Erde

In der Anbetung geht es primär um Gott, dann um die gläubigen Menschen, die zu ihm singen und als drittes auch um die nicht gläubigen Beobachter und Zuhörer. Alle drei Aspekte, und ihre Reihenfolge, sind wichtig.

  1. Gott ist das Zentrum der Anbetung.

Und als Salomo zu Ende gebetet hatte, da fuhr das Feuer vom Himmel herab und verzehrte das Brandopfer und die Schlachtopfer. Und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus. Und die Priester konnten nicht in das Haus des HERRN hineingehen, denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des HERRN.“ (2. Chronik 7,1-2)

Christen singen zur Anbetung Gottes. Seine Gegenwart und sein Charakter werden durch Lieder anerkannt. Weil es um Gott geht, sollte er in den Liedern Priorität haben. Anbetung muss Gott-zentriert sein. Seine ewigen Eigenschaften sind wichtiger als unsere menschlichen, möglichen Reaktionen darauf. Lieder sollen ihn beschreiben, und dabei durch theologische Tiefe, Bilder und Symbole den Verstand und die Vorstellungskraft ansprechen. Intelligent und transzendent sein. Eine Anbetungszeit, in der wir nichts über Gott gelernt haben, und in der wir nicht inspiriert wurden, uns ihn so vorzustellen, wie er tatsächlich ist, ist oberflächlich.

Tendenziell sind alte Kirchenlieder inhaltlich wesentlich gehaltvoller (obwohl in den letzten Jahren einige fantastische Lieder geschrieben wurden!). Moderner Worship hat leider eher Hit-Qualitäten, schafft aber kein Erbe für zukünftige Generationen von Anbetern. Passend zu unserer westlichen Konsumgesellschaft, haben viele Lieder einen eher schnelllebigen Charakter. Um das zu ändern, müssen Anbetungsleiter alles daran geben, gute Laientheologen zu sein, die nicht nur mit all ihrem Verstand, sondern auch mit all ihrer Vorstellungskraft versuchen, Gott zu erfassen. Sie sollen wie ein Schatzmeister sein, der aus der Schatzkammer alte und neue Schätze hervorzaubern kann.

Um Gott musikalisch ins Zentrum zu stellen, braucht es musikalische Qualität und Stilrichtungen, die Gottes Eigenschaften vermitteln: die sanfte Liebe Gottes, seine Eifersucht, seine Erhabenheit, seine Schönheit (Ästhetik), seine Majestät, seinen Zorn, seine Kraft, seine Freude, sein weiches Herz – all das (und mehr!) kann durch Musik ausgedrückt werden. Gute Anbetung strebt dieses Ziel an.

  1. Gottes Gemeinde singt zu ihm

Heavenly fire only resides on an altar made from the ground.“ (Matisyahu)

Gott ist das Zentrum der Anbetung. Aber Gott geht es um den Menschen. Wie sieht die menschliche Seite aus? Für eine echte Begegnung mit Gott muss man genauso kommen wie man ist. Warum? Weil Gott Heuchelei hasst – besonders religiöses Getue, Klischees und falsche Frömmigkeit. Deswegen muss Anbetung ganzheitlich und authentisch sein. Im Liederbuch der Bibel, den Psalmen, kommt genau das zum Ausdruck. Die Psalmen sind in gewöhnlicher Sprache verfasst. Manche sind poetisch, künstlerisch, romantisch. Aber nie kompliziert oder theoretisch. Sie sind voller Emotionen, aber ohne seichte Sentimentalität. In ihnen kommen alle menschlichen Emotionen zum Ausdruck: Freude, Trauer, Enttäuschung, Wut, Fassungslosigkeit und Hoffnung.

In einem Gottesdienst werden – je nach Größe – fast alle dieser Emotionen repräsentiert sein. Als Glaubensfamilie haben wir den Auftrag, nicht nur auf uns zu schauen, sondern auch auf die Anderen. Wir sollen uns mit denen freuen, die fröhlich sind, und mit denen trauern, die traurig sind. Um das auch in der Anbetungszeit umzusetzen, bräuchte es Lieder, in denen inhaltlich und musikalisch die gesamte Bandbreite menschlicher Gefühle und Gedanken Ausdruck finden. Statt dessen sind ein Großteil der Anbetungslieder romantische Liebeslieder, in denen wir unsere stark empfundene Liebe zu Gott beteuern. Aus irgendeinem Grund meinen wir, dass Anbetung immer in diese Richtung gehen muss.

Mein Problem damit ist vor Allem, dass so eine Kluft zwischen Alltagsrealität und dem Gottesdienst geschaffen wird. Gerade Menschen, die Gott ernst nehmen, kämpfen mit Widersprüchen, Verletzungen, Enttäuschungen, sind nicht immer froh und verliebt, sondern auch wütend (auch auf Gott!), oder gleichgültig. Wo sind die Lieder, in denen wir das vor Gott zum Ausdruck bringen – uns vor ihm auskotzen können? Unsere Leben als Nachfolger von Jesus sind keine seichte Liebesschnulze. Warum tun wir mit unseren Liedern dann so als ob? Ich stelle mir vor, dass das für Gott sehr unbefriedigend sein muss. Wir brauchen Lieder, in denen wir singen, was wir wirklich denken und fühlen. Und auch hier wieder Musikrichtungen und musikalische Elemente, die uns helfen, das zu vermitteln, was sich in uns abspielt. So können wir den Höhenunterschied zwischen Anbetungszeit und Alltäglichkeit einebnen. Und die frommen Schuldgefühle, die durch diese Diskrepanz entstehen, können endlich beseitigt werden. Sie haben uns schon lange genug entmutigt.

Authentische Anbetung im Gottesdienst würde uns helfen, den Alltag zu heiligen. Wir singen dann Sonntags als die Menschen, die wir Werktags sind. Direkt nach Paulus’ Aufforderung „Singt Psalmen, Lobgesänge und von Gottes Geist eingegebene Lieder; singt sie dankbar und aus tiefstem Herzen zur Ehre Gottes.“ schreibt er “Alles, was ihr sagt, und alles, was ihr tut, soll im Namen von Jesus, dem Herrn, geschehen, und dankt dabei Gott, dem Vater, durch ihn.“ (Kolosser 3,16b-17) Beides gehört in einen Atemzug – in das gleiche Lied.

Diese Anbetungsleiter müssten dann pastoral begabt sein. Sie bräuchten den Kontakt zur anbetenden Gemeinde, müssten wissen, was die Menschen bewegt, müssten den Alltag und die Schicksale der Einzelnen kennen.

  1. Wir werden beobachtet…

Heißt es nicht in der Schrift: ›Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein für alle Völker‹?“ (Jesus bei der Reinigung des Vorhofs der Heiden; Markus 11,17)

Die musikalische Anbetung Gottes hat immer auch missionarischen Charakter. Da ist Gott im Mittelpunkt, da sind Menschen, die sich um ihn herum versammeln, eine echte Begegnung zwischen diesem Gott und seinen Menschen. Und dann sind da die Zuschauer. In den prophetischen Visionen alttestamentlicher Propheten vom kommenden Friedensreich des Messias ist das ein Thema, das immer wieder auftaucht: die Nationen werden nach Zion kommen, um dabei zu sein, wie das Volk Gottes anbetet – und um daran Teil zu haben.

In „Worship by the Book“ schreibt Tim Keller:

Israel war dazu berufen, die ungläubigen Nationen mit Gott bekannt zu machen indem sie sein Lob sangen. Der Tempel sollte das Zentrum einer die Welt gewinnenden Anbetung [„world-winning-worship“] sein. Das Volk Gottes betete nicht nur vor dem Herrn, sondern auch vor den Nationen an. Gott sollte vor allen Nationen gepriesen werden. Dazu gehörte, dass die Nationen eingeladen wurden, mitzusingen. (…)

Trotz dieser biblischen Ermahnungen leiten Prediger und andere Leiter einen Gottesdienst normalerweise, als ob keine Nichtchristen anwesend wären. Das führt dann dazu, dass Christen sich gar nicht erst vorstellen können, mal einen nichtchristlichen Freund mitzubringen. (…)

Ein Mangel an Einfachheit (besonders Sentimentalität) oder ein Mangel an Transzendenz (besonders Mittelmäßigkeit) werden Nichtchristen langweilen, verwirren oder kränken. Zielt ein Gottesdienst auf der anderen Seite einzig und allein darauf ab, evangelistisch zu sein, werden die Herzen der Christen nicht mit einbezogen, … Nichtchristen werden so keine Menschen sehen, die durch herrlichen Lobpreis geformt und getragen werden.

Fazit: Zielt der Sonntagsgottesdienst hauptsächlich auf Evangelisation ab, wird er die Gläubigen langweilen. Geht es nur um Erbauung, fehlt den Nichtchristen der Zugang. Richtet er sich aber darauf aus, den Gott, der aus Gnade rettet zu preisen, werden gleichzeitig die ‘Insider’ etwas lernen und die Außenseiter herausgefordert werden. Gute, gemeinschaftliche Anbetung wird natürlicherweise evangelistisch sein.“

Anbetungszeiten müssen also vor dem Hintergrund geplant werden, dass in einem Gottesdienst eigentlich immer Gläubige und Nichtgläubige anwesend sind – ohne sich dann bei der Planung diese Spannung einseitig aufzulösen. Die Gemeinde Gottes singt in Gegenwart der nicht gläubigen Zuhörer Gottes Lob. Eine gesunde Herausforderung! Die praktischen Konsequenzen deutet Keller bereits an. Wir wollen einladend sein, ohne unsere Identität als anbetendes Gottesvolk zu verlieren. Um diese Brücke zu schlagen, muss ein Anbetungsleiter nicht nur ein guter Laientheologe und ein Pastor, sondern auch ein Missionar sein.

Eine Anbetung, die Gott zum Zentrum hat, in die Menschen wirklich mit hineingenommen werden, die einladend für Außenstehende ist. Das ist meine Vision für Anbetung.


CMP Phase 1 Treffen

 

Das City Mentoring Programm besteht aus drei Phasen. In der ersten Phase, der Schnupper- bzw. Vorbereitungsphase trifft man sich über einen Zeitraum von ca. einem dreiviertel Jahr regelmäßig mit anderen Interessierten und einem CMP-Mentor, um unter Zuhilfenahme des Gemeindegründungshandbuchs von Tim Keller über Gemeindegründung in der Stadt zu sprechen. Gemeinsam wird Gottes Herz für die Stadt, und sein Wille für das eigene Leben gesucht. In der zweiten Phase durchläuft man ein Praktikum in einer städtischen Gemeindegründung, um dann in der dritten Phase selber als Gründer bzw. Teammitglied ein neues Projekt zu starten (Alles begleitet von einem erfahrenen Gemeindegründer als Mentor).

Letztes Jahr haben wir bei Stephen Beck unsere Phase 1 erlebt. Es war eine sehr gute und hilfreiche Zeit. Jetzt freuen wir uns, dass wir am 21. Oktober ein Phase 1-Treffen bei uns zu Hause anfangen werden. Zusammen mit meinem Mentor, Jason Holm vom KölnProjekt, werde ich diese Treffen leiten. Diese Zeit soll für diejenigen da sein, die sich generell für das Thema interessieren oder begeistern – aber natürlich auch besonders für solche, die sich überlegen, ob sie nicht mit uns zusammen hier in Köln Gemeinde gründen wollen.


Kurzes Update: das Feuer brennt noch

Die ersten drei Monate meines Gemeindegründer-Praktikums beim KölnProjekt sind bereits vorbei. Es macht Spaß und wir sind dankbar dafür, mit Jason und dem Team zusammen arbeiten zu dürfen. Gerade weil das KP so ein außergewöhnliches und interessantes Vorhaben ist, ist es eine bereichernde Erfahrung. Wir lernen viel, bekommen viel Inspiriation und Denkanstöße. Dadurch wird unsere Vision für soulfire geschärft. Außerdem merken wir, dass die Zeit wie im Fluge vergehen wird – in wenigen Monaten werden wir bereits die ersten Vorbereitungstreffen haben können! Wir sind voller Vorfreude und Spannung darauf, dass der Startschuss irgendwann fällt…


Persönliches Update: Praktikum beim Kölnprojekt

Veränderungen stehen ins Haus! Hier ein Auszug aus unserer letzten Infomail an unsere Unterstützer:

“Wir sind ja Teil eines Gemeindegründungsnetzwerks, CMP (City Mentoring Programm). Vor einiger Zeit sind wir auf CMP zugegangen, um mehr Ressourcen und Begleitung für unseren Weg als Großstadt-Gemeindegründer zu bekommen. Das City Mentoring Programm besteht aus 3 Phasen: die Schnupperphase, einem Praktikum bei einer Großstadtgemeindegründung und dem selber loslegen (als Gründer oder Teil eines Gründungsteams). Während dieser ganzen Zeit wird man geschult und durch einen Mentor begleitet. Nach der ersten Phase findet ein Assessment statt, bei dem entschieden wird, ob jemand – nach Bewertung einiger CMP Leiter – für Gemeindegründung, speziell in Großstädten geeignet ist. Das Assessment unserer Phase 1-Gruppe fand Mitte Februar in Gießen statt. Wir wurden als fähig für Gemeindegründung eingestuft. Jedoch wurden wir dazu ermutigt, den ‘normalen’ Weg zu gehen. Das bedeutet konkret: ein Praktikum in einer Gemeindegründung hier in Köln. Das Praktikum wäre insgesamt 18 Monate lang, und wir würden als Teil vom Gründungsteam des Kölnprojekts mithelfen. In dem letzten Drittel dieser Zeit würde ich mich schon wieder auf unsere Gründungspläne konzentrieren können.

Hier sind die Aufgaben, die ich als Praktikant und Teil des Gründungsteams übernehmen werde: Hauskreis leiten; Straßenevangelisation; Gründungsteam-Meetings; gelegentlich predigen; Entdeckergruppe leiten (eine Art apologetischer Hauskreis für skeptische Nichtchristen); Networking; Teilnahme an verschiedenen regionalen und überregionalen Treffen von Pastoren und Gemeindegründern; gelegentlich Teilnahme an Schulungen zum Thema Gemeindegründung. Hinzu kommt die Vorbereitung auf unsere Gemeindegründung, die wir weiterführen können werden: Beten, Studieren, Schreiben.

Wir würden also das machen, wozu wir auch nach Köln ausgesandt worden sind, nur für das nächste Jahr nicht als hauptverantwortliche Leiter, sondern als Helfer. Dabei geht es ausdrücklich darum, auf unserem Weg weiterzugehen. Wir glauben, dass es aufgrund verschiedener persönlicher Gründe weise ist, diesen Rat von CMP und diese Möglichkeit als eine Bereicherung anzunehmen, und das Praktikum sofort zu beginnen.”

 


Der Vorrang der Theologie

Für denjenigen, der Gott nicht kennt, wird die Welt zu einem seltsamen, verrückten, schmerzhaften Ort, und das Leben darin zu einer enttäuschenden und unschönen Sache. Wenn du das Studium von Gott außer Acht lässt, verurteilst du dich damit selbst dazu, mit verbundenen Augen durchs Leben zu stolpern, ohne zu wissen, wohin du gehst und was dich umgibt. Auf diese Weise kannst du dein Leben verschwenden und deine Seele verlieren.“ (J. I. Packer; „Gott erkennen“)

Was ist Theologie – und warum ist sie so wichtig?

1) Theologie ist universell. Theologie ist die Lehre von Gott. Dabei ist der Charakter Gottes (Wer/wie ist Gott?) der Ausgangspunkt. Aber die christliche Theologie umfasst nicht nur das Gottesbild, sondern auch das Menschenbild und die gesamte Weltanschauung der Bibel. Letztendlich beantwortet die Theologie alle Fragen danach, wie man als Christ denken und handeln sollte.

Viele Christen denken, Theologie sei nur was für Fachleute, manche halten sie sogar für schädlich. Der normale Christ, so die Überzeugung, brauche sich nicht den Kopf über theologische Fragen zu zerbrechen. Weil aber die Theologie, wie gesagt, alle wichtigen und großen Fragen des Glaubens bespricht, beruhen letztendlich alle Glaubensinhalte und -praktiken auf theologischen Überzeugungen. Deswegen läuft es in der Praxis dann darauf hinaus, dass der normale Christ es für ausreichend hält, bei einem sehr grundlegenden Wissen über die Aussagen der Bibel stehen zu bleiben.

In der Einleitung zu seinem Buch über Biblische Theologie trifft Charles Ryrie den Nagel auf den Kopf, indem er beobachtet:

Theologie betrifft jeden. Niemand kommt ohne Theologie aus. In gewissem Sinne ist jeder Mensch Theologe. Und gerade hier liegt das Problem. Es geht nicht darum, ob wir Laien- oder Berufstheologen sind. Problematisch ist es nur, ein unkundiger oder gedankenloser Theologe zu sein. Darum muss sich eigentlich jeder mit Theologie befassen.

Theologie bedeutet, über Gott nachzudenken und seine Erkenntnisse in Worte zu kleiden. [...] Grundsätzlich aber ist jedermann Theologe. Sogar der Atheist hat eine Theologie. Er denkt über Gott nach, leugnet seine Existenz und drückt dies manchmal in seinem Reden und in seinem Handeln aus.” (Charles C. Ryrie; “Die Bibel verstehen”)

Jeder ist – in gewissem Sinne – ein Theologe, und jeder hat eine Theologie. Deswegen hat Alister McGrath Recht. Er schreibt:

Wenn du keine gute Theologie hast, hast du eine schlechte Theologie.“ und „Schlechte Theologie richtet Schaden an.“

Theologie ist also eigentlich die gesamte christliche Lehre. Deswegen betrifft die Frage nach der Theologie jeden Christen. Sobald ich einen Christen frage, wie er in einem bestimmten Punkt denkt, bzw. was er in einem bestimmten Punkt glaubt, frage ich ihn nach seiner Theologie. Und die Frage ist, ob dieser Christ, gemessen an der Bibel, eine gute oder eine schlechte Theologie hat. Meine Theologie bestimmt mein Leben.

Alles, was wir als einzelne Christen und als Gemeinde tun, basiert auf Theologie, und rechtfertigt sich mit Theologie. Selbst, wenn man denkt „Wir machen das jetzt einfach mal so wie immer“, oder einfach aus dem Bauch heraus entscheidet, handelt man nach einer bestimmten theologischen Überzeugung – in dem Fall, dass Gott einen Menschen vor Allem durch Traditionen bzw. Gefühle leitet.

2) Theologie ist spirituell. Was wir im Bezug auf Gott glauben, wird unsere Beziehung mit ihm bestimmen. Alister McGrath schreibt: „Theologie ist Spiritualität.“ Laut Edward Farley ist Theologie „nicht bloß objektive Wissenschaft, sondern Gott persönlich zu kennen und mit den Dingen Gottes vertraut zu sein.“

Wenn das stimmt, müssen wir aufhören, Theologie bloß als Fachbereich der akademischen Welt einzuordnen. Statt dessen sollten wir sie als essentiellen Teil einer Gottesbeziehung sehen. Um eine gute Ehe zu führen, muss ich es als Teil meiner Lebensaufgabe sehen, meinen Partner immer besser kennenzulernen. Weil ich meinen Partner liebe, interessiert es mich, wie er ist, wie er denkt, warum er so handelt und empfindet, wie er es tut. Dabei ist der gemeinsam gelebte Alltag der Kontext für dieses ‘Studium’. Es wäre absurd, wenn ich keine Beziehung mit meinem Partner mehr leben könnte, weil ich so beschäftigt damit wäre, richtige Informationen über ihn zu sammeln. Eine lebendige Beziehung mit Gott durch Jesus Christus ist der Rahmen für meine Theologie.

Zwei Dinge tun also Not:

Zum einen ein ehrliches Eingeständnis der Verbindung zwischen Glauben und Handeln. Wir müssen reflektieren, um herauszufinden, nach welchen Überzeugungen wir tatsächlich leben, welche Theologie wir haben. Wir dürfen keine Angst davor haben, alles prüfend und selbstkritisch zu hinterfragen. Packer gebraucht den Begriff des „Theologisierens“. Damit meint er, dass wir alles gedanklich in Bezug zu Gott und den großen Themen der Bibel bringen, uns also immer fragen: Was sagt das über Gott aus? und: Passt das zu den Hauptaussagen der Heiligen Schrift?

Auf der anderen Seite müssen wir sehr aufpassen, dass wir unser Studium Gottes nicht in einem moralischen Vakuum betreiben. Wissen über Gott verpflichtet. Es soll nicht zur intellektuellen Befriedigung, sondern zur Heiligung dienen. Theologie ist Mittel zum Zweck. Sie ist dazu da, uns dazu zu befähigen, Gott so zu kennen, wie er gekannt werden will, und so für ihn zu leben, wie er das möchte: „Das Endziel der Weisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.“ (1. Timotheus 1,5)

Theologie im persönlichen Leben

„Und es fragte einer von ihnen, ein Gesetzesgelehrter, und versuchte ihn und sprach: Lehrer, welches ist das größte Gebot im Gesetz? Er aber sprach zu ihm: “Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.” (Matthäus 22,35-37)

In dieser Begebenheit wird Jesus nach seiner Theologie gefragt: Worauf kommt es Gott letztendlich an? Jesus’ Antwort: Gott will, dass wir ihn mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzen Verstand lieben. Darauf läuft alles hinaus, darin kann man alles andere zusammenfassen.

Gott mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu lieben, darüber wird in evangelikalen Kreisen relativ viel gesprochen. Erfahrungen mit Gott zu haben, sich ihm hinzugeben, von ihm verändert zu werden – das sind allgegenwärtige Themen. Vergleichsweise wenig spricht man davon, wie man Gott eigentlich mit ganzem Verstand lieben kann.

Gott mit unserem Verstand zu lieben bedeutet, dass wir ihn, das Objekt unserer Liebe, so gut wie möglich verstehen. Und genauso, wie Gott unser ganzes Herz will, möchte er auch unseren ganzen Verstand. D. h., wir sollen alle kognitiven Fähigkeiten dazu einsetzen, ihn zu erforschen: Wie ist er? Was will er? Wie denkt er?

Im freikirchlichen Bereich sind wir oft skeptisch dem Verstand gegenüber. Immerhin warnt uns die Bibel ja: „Vertraue von ganzem Herzen auf den Herrn und verlass dich nicht auf deinen Verstand.“ (Sprüche 3,5) Weil unser Verstand uns davon abrät, uns ganz auf Gott zu verlassen, halten wir ihn für ein generelles Hindernis in unserem Weg mit Gott.

Und der Verstand soll auch nicht auf dem Thron sitzen. Aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht das Kind mit dem Badewasser ausschütten! Denn auch wenn der Verstand unser Gegner sein kann, wenn es darum geht, Gott zu vertrauen, sollte er eigentlich ein Werkzeug sein, dass wir einsetzen, um ihn mehr lieben zu können.

Luther schrieb, das ganze Leben des Christen solle eine ständige Umkehr sein. Das Wort, das im Neuen Testament mit „Buße tun“ übersetzt wird, bedeutet wörtlich übersetzt „Veränderung des Denkens“. Wir sollen also unser komplettes Leben u. a. damit beschäftigt sein, umdenken zu lernen.

Dadurch, dass wir uns mit Theologie befassen, werden Gewissen und Herz informiert und trainiert. Nur so können sie ihre Aufgabe erfüllen, Gottes Stimme in unserem Leben zu sein. Deswegen spricht Paulus von einer Erneuerung des Verstandes. Die ist notwendig, um für Jesus leben zu können. Weil wir als Sünder geboren werden, und kein Mensch von alleine so denkt wie Gott, müssen wir uns ständig schulen und korrigieren lassen.

Theologie in der Gemeinde

Welche Rolle sollte die Theologie in einer Gemeinde spielen? Im 1. Korintherbrief ermutigt Paulus die Christen in der Stadt Korinth: „Liebe Brüder, seid nicht Kinder, wenn es ums Verstehen geht; sondern seid Kinder, wenn es um Böses geht; im Verstehen aber seid vollkommen [od erwachsen].“ (14,20; LUT)

In diesem Kapitel geht es um die Frage, welche übernatürliche Gabe im Gottesdienst am wichtigsten ist. Paulus macht seine Antwort an der Nützlichkeit fest, also daran, welche Gabe am meisten geistlich bewirken kann. Die Korinther waren begeistert von der übernatürlichen Manifestation die Sprachengebet genannt wird. Dabei betet jemand in einer Sprache, die er selber nie gelernt hat, und die auch die anderen Gottesdienstbesucher nicht verstehen können (es sei denn, jemand anderes hat die übernatürliche Befähigung, das Gebetete zu übersetzen).

Paulus hält das Sprachengebet zwar für wichtig, aber nicht so sehr für den Gottesdienst. Für ihn war es wichtiger, dass die Menschen das Gesagte verstehen können. Deswegen spricht er sich für die Gabe der Prophetie (jemand gibt das spezifische Reden Gottes weiter und spricht Worte der Ermutigung, Ermahnung und des Trostes) aus. Man bemerke die Rolle, die in Paulus’ Theologie der Verstand einnahm! Lieber in einem Gottesdienst fünf Worte sagen, die Sinn machen, als 10.000, die den Verstand komplett umgehen – das nenne ich eine klare Position.

Diese Position bestätigt den Hauptweg, den Gott nimmt, um in einem Gottesdienst an den Menschen zu wirken: durch den Kopf ins Herz.

Theologie und Predigt

Ein gesundes Verständnis vom Wirken Gottes muss sich natürlich vor Allem an einem Ort bemerkbar machen: in der Kanzel. Der Großmeister der Kanzel, Charles Haddon Spurgeon bemerkte:

“Wortschwall ist leider oft das Feigenblatt, das theologische Unwissenheit verdecken muss; man bietet glänzende Satzgefüge anstatt gediegener Lehre und rednerische Floskeln anstatt kräftiger Gedanken.”

Oft haben wir Angst, die Menschen mit zu viel Inhalt zu erschlagen. Während dies natürlich auch ein Extrem ist, vor dem man sich als Prediger hüten muss, kann man auch auf der anderen Seite vom Pferd fallen, und die Schäfchen hungern lassen. Es ist die Hauptaufgabe des Predigers, die Menschen mit geistlicher Nahrung zu versorgen. Geistliche Nahrung besteht aus Theologie, oder wie Spurgeon es nennt: gediegene Lehre und kräftige Gedanken. Und unsere Befürchtungen, gerade junge Menschen abzuschrecken, scheinen unbegründet. In seinem Buch „Vintage Church“ schreibt Mark Driscoll, dass die Gemeinden am meisten wachsen und den jüngsten Altersdurchschnitt haben, in denen lange und gehaltvoll gepredigt wird.

Ein weiterer Sensei der Predigtkunst drückt mein Anliegen auf eine Weise aus, der nichts hinzuzufügen bleibt:

„Predigen, dass ist wenn Theologie durch einen Menschen kommt, der für Gott brennt.“ (Martyn Lloyd-Jones)

Theologie und Anbetungsmusik

Aber nicht nur die Kanzel, auch die Anbetungszeit einer Gemeinde leidet unter schlechter und schwacher Theologie. Das beginnt damit, dass manche Christen (vielleicht besonders in den Gemeinden, deren Anbetungsverständnis charismatisch geprägt ist) die Anbetungszeit viel zu hoch einschätzen.

Das wird in dem sichtbar, was wir beten, wenn wir Gott um eine gesegnete Anbetungszeit bitten wollen. Da beten wir darum, dass Gott den Anbetungsleiter oder die Lieder gebraucht, um uns vor seinen Thron/in seine Gegenwart zu bringen. Aber „wenn Musik uns in die Gegenwart Gottes bringen könnte, hätte Gott einen Musiker geschickt, und keinen Retter.“ (Vaughan Roberts) Der Anbetungsleiter ist kein Mittler zwischen Gott und den Menschen. Diese Stelle ist schon vergeben. Die Lieder sind auch nicht das Opfer, durch welches die Kluft zwischen uns und Gott überbrückt werden kann. Nur das Blut von Jesus konnte diese Brücke schlagen.

Und auch der theologische Inhalt unseres Liedguts ist relativ dünn und beschränkt sich auf (oft nicht zusammenhängende) Auflistungen von Titeln und Eigenschaften Gottes. Manche Lieder kommen mir so vor, als hätte jemand eine Software entwickelt, die nach dem Random-Prinzip Phrasen und Satzteile zusammenwürfelt und sich dabei nicht am Inhalt, sondern nur am Rhythmus orientiert. Oder wir singen Liebesbeteuerungen, die eigentlich nur in den schönsten und emotionalsten Momenten angebracht wären. Obwohl diese Lieder auch ihren Platz haben, macht es eigentlich mehr Sinn, über ewige, objektive Wahrheiten zu singen, anstatt über das, was diese Wahrheiten in einem Menschen auslösen können.

Fazit: Theologie ist wichtig, und sowohl unser persönliches Leben als auch das Gemeindeleben leidet darunter, wenn die Theologie nicht den Platz bekommt, den Gott für sie vorgesehen hat.


Freundschaft (Teil 3: Freundschaft und Gemeindeleitung)

Bei der letzten Calvary Chapel Westeuropa-Pastorenkonferenz lehrte Falk Scissek, Pastor der CC Freiburg, über das Thema Freundschaft und Leiterschaft. Dabei betont er eine gesunde Beziehung der Leiter untereinander, und des einzelnen Leiters mit Jesus. Hier das übersetzte Predigtskript:

 

„(…) Ich möchte mir mit euch das Herz der Ältestenschaft anschauen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Art und Weise, in der wir Ältestenschaft leben, einen riesengroßen Einfluss auf die Gemeinden haben wird, in denen wir als Pastoren berufen sind. Es wird sowohl die Atmosphäre für die Beziehungen innerhalb der Gemeinschaft als auch das Gottesbild bestimmen. Ich möchte mir einen Abschnitt anschauen, der mich ganz stark inspiriert (…), 1. Petrusbrief, Kapitel 5, Verse 1-4:

 

Die Ältesten, die unter euch sind, ermahne ich als Mitältester und Zeuge der Leiden des Christus, aber auch als Teilhaber der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll: Hütet die Herde Gottes bei euch, indem ihr nicht gezwungen, sondern freiwillig Aufsicht übt, nicht nach schändlichem Gewinn strebend, sondern mit Hingabe, nicht als solche, die über das ihnen Zugewiesene herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid! Dann werdet ihr auch, wenn der oberste Hirte offenbar wird, den unverwelklichen Ehrenkranz empfangen. “ (SLT)

 

In seinem an mehrere Gemeinden in Kleinasien gerichteten Brief spricht Petrus spezifisch die Ältesten dieser Gemeinden an. Durch seinen offenen Brief lässt er die ganze Gemeinde ‘mithören’, was er den Ältesten zu sagen hat. Das erste, was uns an diesen Versen auffällt ist, dass Petrus sich offensichtlich nicht auf eine bestimmte Form von Gemeindeleitung konzentriert, sondern sich mehr mit Charakter und Einstellung der Leiter befasst.

 

Petrus spricht die Leiter als Älteste an, worin ein Hinweis auf die Qualifikationen eines Leiters liegt: nicht in erster Linie das Alter, sondern geistliche und soziale Reife. Dann spricht er davon, die Verantwortung der Aufsicht zu haben, wovon sich das Amt des ‘Aufsehers’ (oder Bischofs) ableitet. Und schließlich gebraucht er den Begriff Pastor, was lateinisch für ‘Hirte’ steht. Auf diese Weise erklärt er uns die Schwerpunkte in seinem Dienstverständnis: die uns anvertraute Herde zu leiten, sie geistlich zu ernähren und sie zu beschützen. Petrus gebraucht alle drei Begriffe, um die gleiche Gruppe von Ältesten zu beschreiben. Das gleiche Schema begegnet uns im ganzen Neuen Testament. Die Begriffe werden synonym verwendet, da das Neue Testament keinen Schwerpunkt auf die formelle Struktur oder Organisation einer Gemeinde legt.

 

Aus diesem Grund möchte ich das ebenfalls nicht tun, und mich statt dessen auf das Herz der Ältestenschaft konzentrieren. Dabei möchte ich ganz spezifisch zwei Aspekte aufgreifen: Wie sah Petrus sich selbst? Und: Wie sah Petrus Jesus?

 

Wie sah Petrus sich selbst?

Im ersten Teil von Vers 1 bezeichnet sich Petrus als einen Mitältesten. Das erstaunt mich, hätte er sich doch genauso gut als Apostel vorstellen können. Aber das tat er nicht. Er ist ein Mitältester. Er spricht auf Augenhöhe zu ihnen. Er lässt sie wissen: wir sind ebenbürtig, wir arbeiten zusammen, wir sind ein Team. (…) Wir brauchen Unterstützung, um die Last tragen zu können. Ein Ältestenteam macht es möglich, dass jeder gemäß seiner Gaben und Stärken dient, weil die Aufgaben entsprechend aufgeteilt werden können. Ich bin sehr dankbar, dass wir das in unserem Team so praktizieren: Oli konzentriert sich darauf, in den Einzelnen zu investieren, während ich mehr die Gemeinde als Ganzes im Blick habe. Oli hat die Gabe der Anbetungsleitung und ist prophetisch begabt. Kuno ist ein praktisch veranlagter Mann, der die Weisheit eines Vaters von erwachsenen Kindern mitbringt – der Richtige für den Bereich Jüngerschaft. Was für eine Chance, sich so gegenseitig in unseren Begabungen und Persönlichkeiten ergänzen zu können!

 

Es ermöglicht auch, dass wir uns in unseren Schwächen ausgleichen können. Ohne das jetzt namentlich zuzuordnen, aber einer von uns geht gerne vorwärts und hat kein Problem damit, im Nachhinein die Pläne zu revidieren oder notfalls zuzugeben, dass es wohl doch nicht Gottes Führung war. Ein anderer ist mehr der Analytiker und Organisierer. Ihm fällt es schwer, außerhalb eines Plans zu funktionieren. Wieder ein anderer sitzt gerne einfach zu Jesu Füßen und braucht etwas Ermutigung, um tatsächlich in Bewegung zu kommen. In unseren wöchentlichen Treffen, in denen wir über die anstehenden Themen sprechen und beten, kommen diese Schwächen auch zum Tragen, und wir können sie für einander ausgleichen.

 

(…) Manchmal bleiben wir an einer Frage hängen. Dann sagen wir uns: Kommt, wir gehen nach Hause, suchen Gott, sprechen mit unseren Frauen darüber, und machen dann nächste Woche weiter. Unsere Frauen sind ein essentieller Teil unseres Teams und wir schätzen ihre Perspektiven und Einsichten sehr.

 

Ein gut funktionierendes Ältestenteam macht den Dienst effizienter und effektiver. Da bin ich mir sicher. Aber ich glaube auch, dass es noch eine tiefere Ebene gibt. Sachen zu erledigen ist nicht das Wichtigste. Daran muss ich mich ständig erinnern, weil ich gerne Dinge als erledigt abhake. Auf dem Hintergrund einer sich entwickelnden Gemeinde fasziniert mich die Art und Weise, wie Petrus seine Mitältesten anspricht: Ich ermahne euch, ich appelliere an euch. Das Verb, welches hier gebraucht wird, bedeutet, jemanden herbeizurufen, oder an jemandes Seite zu kommen, jemanden einzuladen, zu ersuchen, anzuflehen, oder an anderen Stellen sogar zu trösten. Petrus sagte nicht zu den anderen Ältesten: ‘Kommt, folgt mir nach’, noch sagte er ‘Kommt, wir können das besser’, oder ‘Wir teilen uns alle auf und jeder macht das, was er am Besten kann’. Nein, er sagt: ‘Kommt an meine Seite. Kommt nah an mich heran’.

 

Das erinnert mich an das, was Jesus zu seinen Jüngern sagte: ‘Ich nenne euch nicht mehr Diener’. Was sagte er dann? ‘Ich nenne euch Angestellte’? Oder sogar ‘Ich nenne euch Kollegen’. Nein! Er sagte ‘Ich nenne euch Freunde’. Jesus hatte keine professionelle Seite. Er hielt niemanden auf Distanz. Und das, obwohl es, wenn irgendwo, dann in der Beziehung zwischen dem Gottessohn Jesus und sündhaften Menschen angemessen gewesen wäre. Zwischen beiden liegt von Natur aus eine riesige Kluft. Aber Jesus hat sie überbrückt. Er kam uns nahe. Jesus wurde völlig Mensch und ließ es zu, dass die Jünger Seite an Seite mit ihm gingen. Er nahm Petrus, Jakobus und Johannes sowohl mit auf den Berg der Verklärung als auch in den Garten Gethsemane – sowohl die herrlichen, als auch die hässlichen Seiten des Dienstes (…).

 

Wenn Gott selbst das in Jesus getan hat, sollte es da nicht erst recht auch für uns natürlich sein? Wir müssen folgendes begreifen: In Menschen zu investieren ist kein Mechanismus zum Gemeindewachstum. Jüngerschaft ist nicht einfach eine professionelle Methode, um ein Ziel zu erreichen. In der Vorbereitung auf diese Predigt hat Gott mich überführt, dass ich zu sehr der Boss bin, zu sehr der professionelle Kollege, und nicht genug der Freund. Sind eure Ältesten eure Nachfolger, Diener, Kollegen oder sind sie eure Freunde? (…)

 

Ich möchte gerne in einer tieferen, geistlichen Gemeinschaft mit meinen Mitältesten leben, auf eine Weise, die Jesu Charakter und die Art, wie er seine Jünger, seine Freunde behandelte, widerspiegelt. Ich sehe meine Rolle als Ersten unter Gleichen, mit einer besonderen Leitungsverantwortung. Aber ich will meine Mitältesten als Freunde an meiner Seite sehen, und sie nicht hinter mir herschleifen müssen. Und das ist es, was Petrus getan hat. Er sah sich selbst als jemanden, der mit seinen Mitältesten auf Augenhöhe stand. Auch wenn er es als seine Verpflichtung sah, die Initiative zu ergreifen, und seine Freunde an seine Seite zu rufen. Manchmal haben wir Angst, dass wir Respekt verlieren, wenn wir uns auf eine Freundschaft einlassen. Ich glaube, dass muss nicht passieren, und Jesus ist auch darin unser Vorbild. Petrus ebenso. Er ruft sie an seine Seite und spricht in ihre Leben hinein.

 

Es stimmt: Den Leuten ist es egal, wie viel du weißt, es sei denn, sie wissen, dass sie dir nicht egal sind. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Art von Beziehung, welche die Ältesten miteinander leben, in großem Maße die Atmosphäre der Gemeinde bestimmen wird. Ihr werdet zum Vorbild – sei es für Konkurrenzdenken und Misstrauen oder für Liebe und herzliche Gemeinschaft, abhängig davon, ob es professioneller Dienst ist, oder ein Dienen von Herzen.

 

Und ich möchte noch einen weiteren Aspekt nennen, der die Gemeinschaft der Ältesten untereinander unersetzlich macht: Rechenschaft. Manchmal höre ich Beschwerden darüber, dass es an der Spitze, in einer leitenden Position, so einsam sei. Ich verstehe, was damit gemeint ist. Aber wir müssen uns fragen, ob das Problem nicht bis zu einem gewissen Grade hausgemacht ist. Wenn wir einen Platz oben auf der Pyramide einnehmen, sollten wir uns nicht wundern, dass da keiner mehr neben uns sitzt. (…)

 

Mit wem stehst du auf Augenhöhe? Wer tritt dir entgegen? Besonders bei den ernsteren Dingen wie Charakterschwächen – wenn du vielleicht eine Person in der Gemeinde unfreundlich behandelt hast? (…) Ich brauche diese Herausforderung. Außerdem: haben wir keine Ältesten, die diesen Job übernehmen, werden sich unsere Frauen dafür verantwortlich fühlen. Aber wenn das der einzige Weg ist, um zu dir durchzudringen, um dir als Leiter Feedback zu geben, wird das die Ehe stark belasten. Es wird darauf hinauslaufen, dass sich alle Leute mit ihren unterschwelligen Botschaften für den Pastor an dessen Ehefrau wenden werden. Es ist ein großer Segen, ein funktionierendes Ältestenteam haben zu können: die Ältesten treten mir auf den Schlips. So liegt der Druck, mich mit meinen Fehlern korrigieren zu müssen, nicht auf meiner Frau. Die ist nämlich bereits ohne diese dienstlichen Probleme schon ausgelastet.

 

Wie sah Petrus Jesus?

Das erste, was wir uns angeschaut haben, war also Petrus’ Selbstverständnis. Als Mitältester, als Erster unter Gleichen, der andere als Freunde an seiner Seite haben wollte, die nicht nur den Dienst, sondern das Leben miteinander teilten. Damit bestimmte er die Atmosphäre für die Beziehungen in der Gemeinde, und legte die Grundlage für die Rechenschaft, die wir alle nötig haben.

 

Nun wollen wir uns damit auseinander setzen, wie Petrus Jesus sieht. Und auch das hat mit Ältestenschaft zu tun, weil es dabei auch darum geht, darauf zu achten, dass Jesus den Platz in der Gemeinde hat, der ihm gebührt. In Vers 4 nennt er Jesus den obersten Hirten. Wahrscheinlich erinnert er sich daran, dass Jesus sich selbst als guten Hirten bezeichnet hatte (Johannesevangelium, Kapitel 10). Um Jesus von allen anderen Ältesten abzuheben, fügt er das Wort ‘oberster’ hinzu. Jesus ist der Oberhirte, nicht bloß einer der Hirten. Begreifen wir das? Leben wir danach? Reflektiert sich das in unserer Gemeindestruktur, unseren Dienste, und in den Titeln, die wir einander geben?

 

Ihr wisst, dass das Wort ‘Pastor’ ‘Hirte’ bedeutet. Jemand wies mich darauf hin, dass ‘oberster’ auch ‘Haupt-’ übersetzt werden kann. Eine mögliche Übersetzung des Titels ‘Oberhirte’ wäre demnach ‘Hauptpastor’ [od.: 'leitender Pastor']. Das ist einer der Titel, die Jesus in der Bibel bekommt. Das hat mich – ehrlich gesagt – ziemlich getroffen. Und ich habe die Verwendung von Titeln überdenken müssen. Trotz alledem ist mir klar, dass es nicht um Titel und Bezeichnungen, sondern um das Herz geht. (…)

 

Es ist mein Herzenswunsch, dass die Menschen in unserer Gemeinde verstehen, wer wir vor Gott sind. Die Gemeinde wird mit einem Körper verglichen, und der Kopf dieses Körpers ist: der leitende Pastor, Jesus! Wir müssen irgendwie versuchen, dieses Denken aus unseren Köpfen zu verbannen, dass es unsere Gemeinde ist, als besäßen wir sie. Macht korrumpiert. Wir sind unserer sündhaften Natur gegenüber nicht immun, sie kann uns beherrschen. Es ist der Stolz, der sich einschleicht. Wir müssen mit der Macht, die wir haben, so vorsichtig sein! Ich weiß, dass es sich gut anfühlt, wenn man das Sagen hat, wenn die Menschen zu einem hochschauen. Es füttert mein Ego, wenn ich bestimmen kann. Aber es ist falsch. Es ist nicht meine Gemeinde, sondern die von Jesus. Er bestimmt, er ist der leitende Pastor, er gibt die Richtung an, wir folgen. Dazu brauchen wir Rechenschaft, die ein funktionierendes Team von Ältesten bieten, und bei der sie auf sehr praktische Weise helfen kann. Die Leiterschaft mit anderen Ältesten zu teilen nimmt der zentralen Stellung das Prestige. In unserer Gemeinde stehe ich trotzdem noch häufiger auf der Bühne als die anderen Ältesten, weil Gott mir die Gabe des Lehrens und der Leitung gegeben hat. Aber ich übernehme nicht die ganze Lehrtätigkeit. Ungefähr jeden dritten Sonntag lehrt jemand Anderes. Und ich leite nicht in jedem Bereich. Jeder Älteste ist für einen bestimmten Dienstsektor, über den er die Aufsicht hat, verantwortlich. Ich bin Erster unter Gleichen, aber ich bin nicht bei Allem der Erste. Wenn es darum geht, Leute zu konfrontieren, ist Kuno der Erste. Wenn es darum geht, für die Kranken zu beten, ist Oli der Erste. Das hat sich einfach ganz natürlich so ergeben, indem wir uns immer besser kennenlernten. Es ist mein Gebet, dass die Art und Weise, in der wir miteinander arbeiten, für den Rest der Gemeinde eine Inspiration dafür sein kann, als Körper mit den verschiedenen Gaben und Rollen unter der Leitung von Jesus Christus zu funktioneren.

 

Einen letzten Gedanken: Worauf letztendlich alles hinausläuft, ist, dass wir in erster Linie nicht Hirten, sondern Schafe sind. Das ist ein Schlüssel. Das ‘Schaf Sein’ lassen wir nie abgeschlossen hinter uns, um dann dazu überzugehen, Hirte zu sein. Genau genommen können wir keine Hirten sein, wenn wir nicht die Schafe Jesu sind.

 

Einen letzten Vers aus dem selben Brief:

 

Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen; jetzt aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.“ (2,25; SLT)

 

Damit sind wir alle gemeint. Wir sind die Schafe, die in die Irre gingen. Und wir wurden zurück in seine Herde gebracht. In seiner Gnade hat er uns zurück gebracht, in seiner Gnade macht er uns zu Hirten an seiner Statt, um so seinen Charakter an den Tag zu legen und Menschen auf ihn zu verweisen. Aber in all dem bleiben wir seine Schafe. Kann es einen besseren Trost geben, als dass wir wissen können, dass wir einen Oberhirten haben? Wenn wir leiten, so müssen wir uns nicht eine Richtung ausdenken, sondern wir folgen unserem Herrn nach. Wenn wir dienen, müssen wir nicht auf das bauen, was wir herausgefunden haben, sondern wir haben die Wahrheit von Gottes Wort und das Zeugnis seines Geists. Und wir brauchen die Herde nicht in eigener Kraft zu beschützen, sondern in der Stärke, mit der Gott versorgt. Möge das durch unseren Leitungsstil, gemeinsam mit den Ältesten, unter der Leitung von Jesus, sichtbar werden.

 

 


Die Stadt – Lothar Kosse

Hier ein Auszug von einem neuen Lothar Kosse-Lied mit dem Titel “Die Stadt”. Er hat es im Blick auf Köln geschrieben, und es drückt die Vision aus, die er für diese Stadt hat:

Es ist das Wesen einer Stadt

Zu schützen was sie hat

Und am Tage und bei Nacht

Dem der sucht den Weg zu weisen

In ihren Mauern wird er frei sein

Und als Zeichen dieser Freiheit

Sind die Fahnen gehisst

Weil jeder hier willkommen ist

Alle Tore stehen weit offen

Für alle die auf Hilfe hoffen

Diese Stadt die sind wir

Wir leuchten in ihr

Und es werden immer mehr

Man sieht sie schon von weitem

Für alle Reisenden zum Zeichen

Das ist das Wesen dieser Stadt

Sie ist auf Ewigkeit erdacht

Hier herrscht Frieden denn sie hat

Den Herrn auf Ihrer Seite

Er wird niemals von ihr weichen

Die Stadt die auf dem Berge liegt

Kann nicht verborgen bleiben

Ihr Licht wird immer scheinen

Die Stadt die auf dem Berge liegt

Sie wird uns Heimat sein

Und nicht einer bleibt allein


Freundschaft (Teil 2: Freundschaft, Evangelisation & Jüngerschaft)

Wir leben in einer Zeit und einer Gesellschaft, in der alles sauber und schnell laufen soll. Unser Denken ist maschinisiert und mechanisiert. Wir wollen Abläufe optimieren, Effizienz steigern und stehen allem, was man nicht analysieren kann, eher skeptisch gegenüber.

In der geistlichen Welt, dem ‘Reich Gottes’ ist dieses Denken allerdings Fehl am Platze. Es ist höchste Zeit, die organische Natur geistlicher Abläufe zu begreifen, und sich vor allem klar zu machen, dass wir die geistliche Welt nicht mechanisieren können. Wir müssen die Gesetze der geistlichen Welt studieren, und uns ihnen dann anpassen, wenn wir innerhalb dieser Realität erfolgreich sein wollen.

Das ist wie bei einem Surfer, der die unglaubliche Gewalt der Wellen nutzen will. Er weiß, dass es nicht möglich ist, die Welle zu zähmen. Er muss wissen, wie sich das Wasser verhält, und sich dann diesen Gesetzmäßigkeiten anpassen. Er muss sich auf die Welle einstellen – nicht umgekehrt.

Freundschaft und Evangelisation

Non-relational evangelism is a contradiction. – Evangelisation ohne Beziehung ist ein Widerspruch in sich.“ (Ed Stetzer)

Die meisten Menschen brauchen Zeit, um sich für einen geistlichen Kurswechsel zu entscheiden. Laut Statistiken braucht es im Schnitt 3 Jahre, begleitendes Gebet und kontinuierliches Zeugnis einer nahestehenden Person und am besten noch die geistliche Gemeinschaft einer Gemeinde. Auf diesem Weg wird der Suchende (der nicht selten durch eine Lebenskrise geht) Schritt für Schritt an den Glauben herangeführt. Dabei ist es für die Dauerhaftigkeit ihrer Entscheidung wichtig, möglichst häufig und auf möglichst vielfältige Weise das Evangelium kommuniziert zu bekommen.

Tim Keller schreibt: „Viele Leute haben ganz einfach eine solche Persönlichkeit, bei der Prozesse eine große Rolle spielen. Sie würden nie zum Glauben kommen, wenn sie dazu gedrängt werden. Sie müssen in Stufen kommen.“

Menschen sind keine Maschinen. Wir funktionieren nicht wie ein Programm, bei dem man nur die richtige Taste drücken muss. Gott hat uns als Teil seiner Schöpfung einfach nicht so gemacht. Deshalb ist auch sein Wirken im Menschen normalerweise ein organischer, natürlicher Prozess. Jesus vergleicht die Prozesse der geistlichen Welt mit Hefebakterien oder Samenkörnern (z. B. die ‘Königreichsgleichnisse’ in Matthäus 13, die geistliche “Geburt” in Johannes 3 oder der Weinstock in Johannes 15). Wir müssen ebenfalls wieder lernen, in diesen Kategorien zu denken.

Freundschaftsevangelisation ist kein Programm, dass ein Pastor einfach einführen, oder Konzept, dass er durchsetzen kann. Sie ist eigentlich etwas, das fast automatisch passiert, wenn Christen die richtige Einstellung gegenüber ihrem Umfeld und das richtige Verständnis für den Ablauf geistlicher Prozesse haben.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man keine evangelistischen Predigten oder spezielle Strategien und Methoden zur Evangelisation braucht. Aber es bedeutet, dass man sie richtig einordnet. In gewissem Sinne sind sie nur das i-Tüpfelchen. Als Christen neigen wir dazu, uns darauf auszuruhen, dass jemand unsere Nachbarn ‘professionell’ evangelisiert. Dieses Denken und Verhalten ist falsch – und im Innersten wissen wir das auch.

Vielleicht sind wir deshalb eingeschüchtert, weil wir uns zu sehr auf den menschlichen Teil konzentrieren. Wir verhalten uns, als wäre Evangelisation etwas, dass wir für Gott machen müssen, weil es sonst nicht getan wird. In Wirklichkeit ist es ein Werk Gottes. Weil er Liebe ist, streckt er sich immer und ständig nach allen Menschen aus. Er ist es, der allen Menschen überall befiehlt, zu ihm umzukehren (Apostelgeschichte 17,30). „Ja, Gott selbst ist es, der durch uns die Menschen ruft.“ (2. Korinther 5,20b; GNB) Wenn wir vom missionarischen Wesen Gottes echt gepackt werden, wird sich dass ganz natürlich in unseren Beziehungen zeigen: „Wer an mich glaubt, aus dessen Innerem werden Ströme lebendigen Wassers fließen, wie es in der Schrift heißt.“ (Johannes 7,38; NL). In uns wohnt der Geist Gottes, der die Welt von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht überführt.

Freundschaft und Jüngerschaft

Jesus kam und sagte zu seinen Jüngern: »Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alle Gebote zu halten, die ich euch gegeben habe. Und ich versichere euch: Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.«“ (Matthäus 28,18-20; NL)

Bei der Evangelisation geht es darum, dass Menschen der christlichen Botschaft ausgesetzt werden. Reagiert jemand auf die Botschaft positiv, haben wir den Auftrag, sie an der Hand zu nehmen und weiter zu führen. Das geschieht vor Allem durch zwei Faktoren: Gemeinschaft („Tauft sie“) und Lehre („lehrt sie“). Bei der Lehre geht es allerdings nicht bloß um das Vermitteln von Information! Jesu Befehl lautet, ihnen beizubringen, alle Gebote zu halten, nicht nur, sie zu kennen. Gebote halten lernen braucht seine Zeit – und persönliche Begleitung.

In seinem Buch „Grow“ schreibt Winfield Bevins:

Das Jüngerschaftsmodell des Neuen Testaments war natürlich und organisch. Jüngerschaft geschieht, wenn Männer und Frauen mit ihrem geistlichen Mentor Zeit verbringen.

Gleichermaßen sollten wir an den Leben der Menschen teilhaben, die wir entwickeln wollen. Wir sollten die Zeit, die wir mit den Leuten mit denen wir Jüngerschaft praktizieren wollen, fest einplanen – und zwar außerhalb der normalen Gemeindeprogramme. Wir müssen uns Zeit nehmen, um mit ihnen zu spielen, zu beten und zu essen. Das bedeutet, dass Jüngerschaft uns etwas abverlangen wird. (…) Es wird uns Zeit, Energie und emotionale Beteiligung kosten, wenn wir die Herausforderung, zu Jüngern zu machen, annehmen wollen. Ich glaube, dass hier der Hauptgrund dafür liegt, dass Gemeinden nicht mehr zu Jüngern machen: es braucht Zeit.“

Robert Coleman schreibt in „Des Meisters Plan der Evangelisation“:

Nachdem Jesus seine Leute herausgerufen hatte, machte er es sich zur Gewohnheit, bei ihnen zu sein. Dies war das Wesentliche an seinem Trainingsprogramm – seine Jünger sollten ganz einfach ihm folgen. (…) Es ist erstaunlich: Alles, was Jesus tat, um diese Männer in seinem Sinn zu unterrichten, war, sie näher zu sich selbst zu ziehen. Er war seine eigene Schule und sein eigener Lehrplan. (…) Seine Jünger waren nicht an äußerer Übereinstimmung erkennbar, nicht durch gewisse Formalitäten, sondern dadurch, dass sie bei ihm waren. So hatten sie an allem teil, was er lehrte (Joh. 18,19).“

Natürlich lernt man auch eine Menge über Bücher, Predigten und Seminare. Aber den stärksten Einfluss auf uns haben – nach meiner Erfahrung – dann doch die Menschen, mit denen wir Zeit verbringen. Aus meinem Leben kann ich bezeugen, dass ich in meinem Leben mit Jesus niemals da wäre, wo ich jetzt bin, hätte ich nicht geistliche Vorbilder und Mentoren gehabt.

Um dieses Prinzip als Gemeinde umzusetzen, brauchen wir vor Allem zwei Tugenden:

a) Demut. Jeder einzelne Christ (Pastoren und Leiter mit eingeschlossen) müssen sich selbst zuerst als Lernende, als Nachfolger verstehen. Jeder braucht dazu Freunde, die ihn/sie in dieser Nachfolge weiterbringen. Ein Freund kann in unser Leben hineinsprechen. Um das zuzulassen braucht es Demut.

b) Gegenseitige Verantwortung. Innerhalb einer Gemeinschaft sind wir füreinander verantwortlich. Haben wir jemanden, zu dem wir eine so gute Beziehung aufgebaut haben, dass wir in sein/ihr Leben hineinsprechen können? Leben wir in der Verantwortung, die wir vor Gott für unsere Geschwister haben?

(Im nächsten Teil geht es um Freundschaft und Leiterschaft. Der Artikel wird ein übersetztes Predigtskript von Falk Scissek, Pastor in der CC Freiburg sein. Auf der diesjährigen Pastorenkonferenz in Siegen predigte er über das Thema „Das Herz der Ältestenschaft“.)


Freundschaft (Teil 1: Freundschaft verstehen und leben)

In der Antike galt die Freundschaft als die glücklichste und menschenwürdigste aller Liebesarten, die Krone des Lebens und die Schule der Tugend. Aber die moderne Welt ignoriert sie völlig.“ (C. S. Lewis)

Freundschaft ist ein Thema, über dass man nicht genug hört. Wo lernt man, ein guter Freund zu sein, gute Freunde zu finden, und Freundschaften zu pflegen? Und auch in der christlichen Welt empfinde ich einen starken Mangel an hilfreicher Lehre und Anleitung. Dabei findet man in der Bibel zum Thema Freundschaft einiges an praktischer Weisheit – vor Allem im Buch der Sprüche.

 

 

Der Ursprung der Freundschaft.

Der Ursprung der Freundschaft ist eigentlich in der Dreieinigkeit zu finden. Christen glauben, dass es nur einen Gott gibt, der sich aber in 3 Personen manifestiert: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Bevor Gott irgendetwas schuf, gab es in der Gottheit also bereits eine Form der Gemeinschaft – oder, wenn man es so nennen will: der Freundschaft.

 

So schuf Gott auch nicht aus Einsamkeit, um endlich ein paar Freunde zu haben. Vielmehr reproduzierte er etwas, dass ihm bereits zu Eigen war. Wir sind also nicht dazu da, Gottes psychologischen Nöten zu begegnen, sondern seine herrliche Eigenschaft als dreieinigen Gott wieder zu spiegeln.

 

Und so lesen wir in der Schöpfungsgeschichte in 1. Mose 2, wie Gott sich den einzigen, einsamen Menschen anschaut, und sagt: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist“, und einen zweiten Menschen macht, dem ersten ähnlich, zu ihm passend. Gott hat Menschen für einander geschaffen, damit sie durch ihre zwischenmenschlichen Beziehungen etwas über ihn lernen und an andere weitergeben.

 

 

Faktoren einer Freundschaft.

Es braucht verschiedene Faktoren, damit eine Freundschaft entstehen kann. Ob es dabei unbedingt eine Reihenfolge gibt, weiß ich nicht. Aber folgende Punkte sind entscheidend:

 

Gemeinsamkeit. Freunde haben etwas gemeinsam. Das heißt nicht, dass sie sich immer in besonderem Maße gleichen. Freunde können sehr verschieden sein. Aber sie haben etwas, das sie eint, was als Grundlage für ihre Freundschaft dient. C. S. Lewis schreibt in „Was man Liebe nennt“:

 

Freundschaft entsteht aus bloßer Kameradschaft, wenn zwei oder mehr Kameraden entdecken, dass sie eine Einsicht, ein Interesse oder auch einen Geschmack teilen, der andern nichts bedeutet. Bis zu diesem Zeitpunkt glaubte jeder, er sei allein mit diesem Schatz (oder mit dieser Last). Typisch für eine beginnende Freundschaft wäre etwa der Satz: ‚Was? Auch du? Ich dachte, ich sei der einzige!‘“

…und weiter: „Liebende stehen sich gegenüber, ineinander versunken – Freunde stehen Seite an Seite, versunken in ein gemeinsames Anliegen.“

 

Nähe. Bei einer Freundschaft wird die Grenze vom Professionellen, Förmlichen und Distanzierten hin zum Persönlichen überschritten. Ein Freund ist am Alltag, an Details und am Innenleben seines Freundes interessiert.

 

Dazu gehört natürlich eine bestimmte Offenheit. Man muss bereit sein, sich dem Anderen zu öffnen, sich verletzlich zu machen. Auf der Grundlage des Vertrauens und der Sympathie ist das jedoch möglich.

 

Hilfe. Echte Freunde helfen sich gegenseitig. Sie helfen einander, persönlich weiter zu kommen. Dabei ist die Motivation das Interesse am Wohlergehen des Anderen.

 

Verpflichtung. Im Deutschen spricht man davon, dass Freundschaften geschlossen werden. Es ist eine Art Bund, der zwischen zwei (oder mehr) Menschen entsteht. Die Idee dahinter ist es, eine dauerhafte, bleibende Beziehung zu schaffen, die nicht durch Kleinigkeiten zerstört werden kann. „Eine Freundschaft, die beendet werden kann, hat eigentlich nie so recht begonnen.“ (Mellin de Saint-Gelais)

 

Zuneigung. Letztendlich ist Freundschaft eine Form der Liebe. Freunde mögen sich. Sie sind sich sympathisch. Ob sie dafür den Grund schon entdeckt haben oder nicht, ist zweitrangig. Manche sprechen von einer ‘Seelenverwandtschaft’, um dieses Phänomen zu beschreiben.

 

Ohne diese Faktoren hat man keine wirkliche Freundschaft. Daher ist es ratsam, mit dem Titel ‘Freund’ sehr sparsam umzugehen. Wenn man einen Freund gefunden hat, auf den diese Beschreibung passt, sollte man Spurgeons Rat befolgen, der schrieb: „Wenn du solch einen Menschen gefunden hast, der die Aufrichtigkeit seiner Freundschaft bewiesen hat; wenn er dir (…) treu gewesen ist, so kette dich mit Haken aus Stahl an ihm fest und lass ihn niemals los.“

 

 

Der ideale Freund.

Ein Grund für die Menschwerdung von Jesus ist sein Wunsch, mit anderen Menschen Freundschaften einzugehen. Auch wenn es vielleicht kindisch (kindlich?) klingt, aber er will tatsächlich der unsichtbare beste Freund eines jeden Menschen sein. Als Jesus auf dieser Erde lebte, hatte er Freunde. Die drei Geschwister, Maria, Martha und Lazarus. Aber vor Allem seine Jünger. Und davon ganz besonders Petrus, Johannes und Jakobus.

 

Jesus ist der ideale Freund. Das wird sichtbar, wenn man Jesus an den eben genannten Faktoren misst. Dabei wird klar, wie die großen christlichen Lehren in diesen Bereich hineinsprechen. Die wichtigsten Stellen im Neuen Testament sind die Abschnitte, in denen besondere Momente zwischen Jesus und seinen Freunden festgehalten werden: der Tod des Lazarus, das letzte Abendmahl, die Abschiedsrede an seine Jünger und sein Gebetskampf im Garten Gethsemane.

 

Gemeinsamkeit: Gott stellte durch die Inkarnation (Gott wurde in Jesus Mensch) und durch die Adoption (Gott nimmt uns in Jesus in seine Familie auf) zwei wichtige Gemeinsamkeiten auf. Jesus wurde Mensch – genau wie wir es sind. Und weil Jesus am Kreuz unseren Platz eingenommen hat, können wir jetzt Teil der Familie Gottes sein. Jesus ist unser großer Bruder, wir haben denselben himmlischen Vater. Er steht mit uns Seite an Seite.

 

Nähe: Die für eine Freundschaft so wichtige Nähe schuf Gott, indem er den Heiligen Geist sandte. Auch wenn Jesus bei der Himmelfahrt zurück zum Vater gegangen ist, so hat er doch versprochen, nie weit weg zu sein: „Ich werde euch nicht als hilflose Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.“ (Johannes 14,18; NGÜ) „Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.“ (Matthäus 28,20; NGÜ) An Pfingsten sandte er den Heiligen Geist (der „Geist Jesu“), durch den er seitdem nicht nur bei uns ist, sondern in uns wohnt („Innewohnung“).

 

Offenheit: Jesus verstand den Unterschied zwischen einem Diener und einem Freund. In einer Ansprache an seine Jünger kurz vor seinem Tod sagte er: „Ich nenne euch Freunde und nicht mehr Diener. Denn ein Diener weiß nicht, was sein Herr tut; ich aber habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Johannes 15,15; NGÜ) Damit erfasste er einen der Hauptunterschiede: das Maß an Offenheit. Jesus nahm Petrus, Johannes und Jakobus mit in den Garten Gethsemane, wo er in der Nacht vor seinem Tod an seiner Aufgabe fast zerbrach, und betend Blut und Wasser schwitzte. Er öffnete sich ihnen, ließ sie wissen, wie er sich fühlte: todtraurig und einsam.

 

Hilfe: Jesus kam, um den Menschen zu helfen. Die größte Hilfe hat er dadurch gegeben, dass er am Kreuz für uns starb, um uns so vor unseren Sünden zu retten. „Niemand liebt seine Freunde mehr als der, der sein Leben für sie hergibt.“ (Johannes 15,13; NGÜ) Als idealer Freund ist er diesem Wunsch, uns zu helfen, völlig hingegeben. Er hilft uns jetzt, indem er sich für uns vor dem Vater vertritt (als stellvertretendes Sühneopfer), und indem er unsere Gebete beantwortet. Wie es in dem Kirchenlied “Welch ein Freund ist unser Jesus” heißt: „Sind mit Sorgen wir beladen, Sei es frühe oder spät, Hilft uns sicher unser Jesus, Fliehn zu ihm wir im Gebet.“

 

Verpflichtung: Das große Symbol der Verpflichtung, die Jesus uns gegenüber eingegangen ist, sehen wir im Abendmahl: „Dann nahm er den Becher, sprach darüber das Dankgebet, gab ihnen auch den, und alle tranken daraus. Dabei sagte er zu ihnen: »Das ist mein Blut, das für alle Menschen vergossen wird. Mit ihm wird der Bund in Kraft gesetzt, den Gott jetzt mit den Menschen schließt. Ich sage euch: Ich werde keinen Wein mehr trinken, bis ich ihn neu trinken werde an dem Tag, an dem Gott sein Werk vollendet hat!«“ (Markus 14,23-25; GNB) Mit dem Abendmahl erinnern wir uns daran, dass sich Jesus uns verpflichtet hat. Sein Blut ist das Siegel unserer Freundschaft.

 

Zuneigung: Wer durch Jesus eine Beziehung zum himmlischen Vater hat, kann sich sicher sein, dass Gott uns nicht ‘nur’ liebt – er mag uns. Das ergibt sich eigentlich ganz logisch aus der Tatsache, dass er seine Jünger Freunde nennt. Sie waren ihm nicht nur in seiner Sache hilfreich, er suchte eine freundschaftliche Beziehung mit ihnen. Und wer sucht sich schon jemanden zum Freund aus, den er nicht mag? In Johannes 16,27 wird im Urtext ein Wort gebraucht, mit dem gewöhnlich die freundschaftliche Liebe beschrieben wurde. Und auch wenn man sich nicht so viel aus Wortstudien macht (vor Allem bei Johannes, der sich gerne wiederholte, und dabei leicht unterschiedliche Worte gebrauchte) – diesen Vers kann man ohne das Konzept der Freundschaft nicht verstehen: „denn der Vater liebt euch. Er liebt euch, weil ihr mich liebt und nicht daran zweifelt, dass ich von Gott gekommen bin.“ Es ist eine gegenseitige, freundschaftliche Liebe, die darauf basiert, dass wir ihm vertrauen.

 

 

Zum Nachdenken:

Für eine gute Freundschaft braucht es zwei Seiten. Das gilt für die Beziehung von uns Menschen untereinander. Es gilt aber auch für unsere Beziehung zu Jesus. Deswegen müssen wir uns fragen: bin ich ein guter Freund/eine gute Freundin gewesen? Jesus kann nur mein Freund sein, wenn ich auch sein Freund bin. Bin ich bereit, ihm nachzufolgen? Mit ihm dahin zu gehen, wo er hingehen muss? Bin ich offen dafür, seine Nähe nicht nur zuzulassen, sondern auch aktiv zu suchen? Lebe ich in Gemeinschaft mit ihm? Bin ich bereit, mich an seiner Mission (die Rettung der Welt) zu beteiligen, ihm zu ‘helfen’? Habe ich freundschaftliche Gefühle für Jesus? Und: lebe ich verbindlich als sein Freund/seine Freundin? Um nochmal das Spurgeon-Zitat zu bemühen: Jesus hat die Aufrichtigkeit seiner Freundschaft durch seinen Tod bewiesen. Er ist treu gewesen. Deswegen sollte ich mich mit Ketten aus Stahl an ihn ketten und ihn nie wieder loslassen…

(Im nächsten Teil geht es um die Rolle der Freundschaft in den Bereichen Evangelisation, Jüngerschaft und Leiterschaft. )


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