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Predigt: Matthäus 1 – Die Ahnentafel des Königs

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Glaube, Liebe, Stadt. (Teil 1)

Bevor wir am 21. Oktober offiziell an den Start gehen, laufen im Moment noch ein paar ‚Testgottesdienste‘, in denen wir erst Mal für uns bleiben, um am Gottesdienstablauf usw. noch arbeiten zu können.

In den Testgottesdiensten haben wir eine kurze Predigtreihe zu unserem Motto „Glaube, Liebe, Stadt“. Hier der erste Teil: Glaube in der Stadt.

Und dazu noch das Predigtskript als PDF-download.


Das Was und Warum der Liturgie

Christliche Gottesdienste können sehr unterschiedlich sein. Manche sind eher durchdacht und förmlich, andere eher spontan und informell. Um diese Unterschiede zu erklären unterteilt man oft in ‚liturgische‘ und ‚freie‘ Gottesdienste. Ich verstehe die Absicht dahinter, aber sprachlich gesehen ist es Unsinn, denn jeder Gottesdienst hat eine Liturgie.

Das Was

Liturgie bedeutet eigentlich nichts Anderes als die Gottesdienstordnung. Dabei spielen vor Allem drei Faktoren eine Rolle: Ort, Zeit und Ablauf. Sobald man in der Planung für einen Gottesdienst festlegt, wo man sich wann trifft, und was man dann wie und in welcher Reihenfolge tut, hat man eine Liturgie geschaffen.

Die verschiedenen Konfessionen, Traditionen und Denominationen haben in ihrer Liturgie auch unterschiedliche Riten. Selbst bei den ganz Freien und Spontanen werden zum Beispiel zum Gebet die Köpfe geneigt, die Hände gefaltet oder gehoben, die Augen geschlossen, und (je nach Grad der Amerikanisierung) das Gebet mit ‚in Jesu Namen‘ abgeschlossen. Beim Abendmahl liest man die Einsetzungsworte aus 1. Korinther 11. Selbst die halbstündige Worshipzeit ist Teil einer Liturgie aus der charismatischen Gemeindetradition. Jede Gemeinschaft entwickelt in ihrer Anbetung ihre eigenen Rituale und eigene Symbolik. Die Frage bei der Liturgie ist also nie, ob es sie gibt, sondern wie sie aussieht und was dahinter steht.

 

Das Warum

Bei Liturgie geht es nicht um Ästhetik – es geht um Theologie und um respektvolle Höflichkeit.“ (Eugene Peterson)

Im mosaischen Gesetz regelte Gott die Anbetung für sein Volk ziemlich detailliert. Dabei sollte sich Mose genau an die Vorgaben halten, die er gezeigt bekommen hatte. Die Liturgie der ersten Christen war in vielerlei Hinsicht einfach eine Fortführung der jüdischen Synagogengottesdienste. Die ‚liturgischen‘ Gottesdienste haben ihre Wurzeln also im Alten Testament und im Judentum zur Zeit von Jesus. Sie sind nicht – wie manche meinen – ein späteres Produkt einer geistlich toten und deswegen auf Äußerlichkeiten fixierten und institutionalisierten Staatskirche.

Das Neue Testament ist übersät mit Spuren der frühchristlichen Liturgie (Buchtipp zum Thema: Gottesdienst ist mehr von Thomas Schirrmacher). Aber eine Stelle ist besonders aufschlussreich: 1. Korinther 14.

Die Gemeinde in Korinth war sehr charismatisch – es gab viele übernatürliche Manifestationen von Gottes Gegenwart. Paulus ermutigt dazu, diese Gaben weiterhin zu suchen (12,31), und für das spontane Wirken des Heiligen Geistes offen zu bleiben, zu erwarten, dass Gott wirkt (14,5). Auf diesem Hintergrund macht er zwei Punkte, die helfen, das ‚Warum‘ einer durchdachten Liturgie zu beantworten.

  1. Liturgie spiegelt Gottes Wesen wieder – Gott ist kein Gott der Unordnung

Paulus rät nicht vom Sprachengebet ab, gibt aber konkrete Anweisungen: Nicht mehr als zwei oder drei, nacheinander, und nur mit Auslegung. Ähnlich beim prophetischen Reden: zwei oder drei, nacheinander, und nur mit Beurteilung. Für den Gottesdienst gilt: „Alles soll angemessen und ordentlich geschehen.“ (40) Seine theologische Begründung fasziniert: „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.“ (33) Für Paulus war es wichtig, dass die Gottesdienstordnung Gottes Wesen widerspiegelt. Klarheit, Übersichtlichkeit und Ordnung bringen Ruhe („Frieden“) in den Gottesdienst. Und das entsprach für Paulus dem Charakter Gottes mehr als das spontane Durcheinander der korinther Gemeinde.

  1. Liturgie ist hilfreich für Besucher – Liebe in den Mittelpunkt

Der alles entscheidende Faktor war für Paulus die Liebe. Das bekannte Kapitel 13 ist ein Plädoyer dafür, die Liebe in den Mittelpunkt eines Gottesdienstes zu stellen.

Liebe für die anderen Christen: „Aber in einer Gemeindeversammlung spreche ich lieber fünf verständliche Worte, die anderen helfen, als zehntausend Worte in einer anderen Sprache.“ (14,19) Nicht die persönliche Selbstverwirklichung und die eigene Freiheit sollen im Mittelpunkt stehen, sondern die Frage: Was hilft meinen Glaubensgeschwistern am ehesten weiter?

Liebe für Besucher: „Stellt euch nur einmal Folgendes vor: Ihr seid als ganze Gemeinde am selben Ort versammelt und fangt alle an, in Sprachen zu reden, ´die von Gott eingegeben sind`. Und nun kommen Leute dazu, die noch nicht viel oder noch gar nichts vom Glauben wissen. Werden sie nicht sagen: »Ihr seid verrückt!«? Und dann stellt euch vor, ihr alle verkündet prophetische Botschaften. Wenn jetzt jemand dazukommt, der vom Glauben nichts oder nicht viel weiß, macht alles, was ihr sagt, ihm bewusst, dass er ein Sünder ist. Durch alles, was er hört, sieht er sich zur Rechenschaft gezogen, und seine verborgensten Gedanken kommen ans Licht. Er wird sich niederwerfen, um Gott anzubeten, und wird ausrufen: »Gott ist wirklich in eurer Mitte!« (23-25; NGÜ) Paulus war seeker sensitive. Er machte sich darüber Gedanken, welche Reaktionen bei einem Nichtchristen durch das Verhalten von Christen im Gottesdienst hervorgerufen werden könnten. Eine durchdachte Liturgie macht es möglich, die Liebe (vor Allem zum nichtchristlichen Besucher) wirklich in den Mittelpunkt zu stellen. Das völlig Freie und Unüberlegte kann Besucher leicht verunsichern und oberflächlich oder flapsig wirken. Und gerade wegen dem großen Kontrast zum hektischen, unordentlichen und überfordernden Innenstadtleben kann ein ordentlicher, übersichtlicher Gottesdienst für einen Besucher wirklich wohltuend sein!


Treffen Nummer Vier

…diesen Sonntag geht’s um unsere Einstellung gegenüber der Geschichte, gegenüber dem Heiligen Geist und darum, was der Inhalt der Predigten sein wird. Ansonsten bleiben alle Infos gleich: 17 Uhr bei uns, Kinderbetreuung, Snacks, Getränke und Gespräche.

Wir freuen uns auf euch!

Mehr Infos zum Inhalt gibt es in der Dienstphilosophie, die letzten drei Punkte unter ‚Geistliches Leben‘.


Treffen Nummer Drei

Diesen Sonntag, den 27. Mai, findet bei uns das dritte Vorab-Treffen statt. Ort und Uhrzeit bleibt gleich! Inhaltlich geht’s diesmal darum, vom Evangelium geprägt zu sein (Selbstironie,  Demut und Mitgefühl), um das organische Prinzip (Raum, Zeit und Zuwendung) und um Musik in der Gemeinde (theologisch, authentisch, evangelistisch). Für ausführlichere Infos zum Inhalt, schau dir in der Dienstphilosophie die ersten drei Abschnitte unter Geistliches Leben an.

Kinderbetreuung wird es auch wieder geben.

Meld dich kurz vorher, wenn du kommst!


Treffen Nummer Zwei

Das nächste Vorab-Treffen für alle Interessierten findet diesen Sonntag, wieder von 17-19 Uhr, bei uns statt. Bitte gebt mir kurz Bescheid, wenn ihr vorbeikommt!

Aus unserer Dienstphilosophie reden wir dieses mal über unser Profil. Dazu gehören folgende drei Punkte:

1) Missional. Jesus sandte seine Jünger in die Welt, um ihn zu bezeugen. Beim missional sein geht es nicht in erster Linie um bestimmte Aktionen oder Dienste, sondern um eine Ausrichtung (nach außen) und um ein Selbstverständnis (die Gemeinde ist ein Missionar).

2) Kontextualisieren. Wir wollen das christliche Zeugnis mit unseren Worten und unserem Leben so ausdrücken, dass bei unserem Umfeld wirklich das ankommt, was Gott sagen möchte. Dazu müssen wir nicht nur den Kern unserer eigenen Botschaft, sondern auch unser Umfeld wirklich kennen und verstehen.

3) Stadtchristen. „In einer Stadt gibt es mehr Ebenbild Gottes pro m² als sonst irgendwo auf der Welt.“ (Tim Keller) Gott liebt Menschen. Städte sind voll davon. Deswegen liebt Gott Köln. Wir wollen unser Christsein bewusst im Kontext dieser Stadt und für diese Stadt leben.

PS: Es wird wieder Kinderbetreuung geben!

 


Das erste Treffen, die nächsten Termine

Bei unserem ersten Vorab-Treffen war die Bude schon relativ voll – aber es ist natürlich noch Platz für mehr! Thema war die „historische und theologische Verortung“ für unsere Gemeindegründung:

1) Wir sind christliche Kirche. Wir betonen die Kontinuität von Gottes Wirken, und die Einheit aller, die zum christlichen Glauben, wie er sich in der Bibel und den frühen ökumenischen Bekenntnissen ausdrückt, stehen: das, was alle Christen immer und überall geglaubt haben.

2) Wir sind evangelische Christen. Deswegen geht es bei uns immer um Jesus, die Bibel, Gottes Gnade und das Vertrauen auf ihn. Alle Christen sind gleich, was Privilegien und Verantwortung angeht. Jeder Christ ist gleich nah an Gott dran, und jeder Christ ist ‚im Vollzeitdienst‘.

3) Wir sind eine Freikirche. Freikirchen (Gemeinden) sind unabhängig vom Staat, erhalten keine Kirchensteuer. Wir verstehen das Christentum in erster Linie als eine Laien- und Bekenntnisbewegung: jeder, der sich persönlich und freiwillig zum Glauben bekennt, kann mitmachen!

 

Termine.

Wir wollen unsere Treffen immer am 2. und 4. Sonntag des Monats haben. Für den Monat Mai wäre das der 13. und der 27. Hier auf dem Blog gibt’s dann immer noch eine Erinnerung und auch den Teil der Philosophy of Ministry, mit dem wir uns dann befassen werden. Deswegen: Blog abonnieren!

 


Interessiertentreffen

Ab dem 29. April werden wir zweimal pro Monat ein Interessiertentreffen bei uns zu Hause haben. Dieses Treffen ist für alle, die sich für unsere Gemeindegründung interessieren, die neugierig sind, oder mitmachen wollen. Dabei ist es egal, wo jemand im Bezug auf den christlichen Glauben steht – jeder ist willkommen.

Hier die Eckdaten:

– zweimal im Monat, Sonntags Abends, von 17 Uhr bis 19 Uhr (erste Stunde Austausch, kurze Pause, dann gemeinsames Gebet)

– in der Victoriastraße 28, nachher Snacks & Getränke, evtl. mit Kinderbetreuung

– ca. 10 Treffen sind geplant, die dann im Herbst in gemeinsame Gottesdienste münden

– noch nicht der Startschuss, sondern pre-launch Treffen (also vorbereitend)

– für alle Interessierten, die sich informieren oder direkt ein Teil der Kerngruppe sein wollen

– Ziele: Vision erklären, Beten, Kerngruppe formen, Leitbild suchen, Ideen sammeln, Gottesdienste planen

Wenn du planst, bei diesem ersten Treffen am 29. April dabei zu sein, sag kurz (per Kommentar/Nachricht hier oder auf Facebook, bzw. per eMail oder telefonisch) Bescheid, damit wir besser planen können.

Um was Termine und Details angeht immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, lohnt es sich, den Blog zu abonnieren (unten rechts auf der Seite eMail Adresse eintragen).


Eine Vision für praktische Nächstenliebe (Teil 2)

„Gottes Methode ist der Mensch.“ (Unbekannt)

Mensch Sein bedeutet, Bedürfnisse und Einschränkungen zu haben. Deswegen brauchen wir einander. Als Menschen sind wir von Natur aus ein nicht zu entwirrendes Knäuel von unterschiedlichen Nöten. Dazu kommen die durch den Sündenfall hervorgerufenen Nöte: Wir brauchen Heilung und Vergebung.

Als Christen glauben wir an einen Gott, der ein weiches Herz hat. Unsere Bedürftigkeit und Verlorenheit bewegen ihn zur Hilfe. Das wird in der Menschwerdung und im Tod von Jesus Christus sichtbar. Weil er seine Schöpfung (und besonders den Menschen) liebt, wird er eines Tages alles wiederherstellen: „Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen, und es werden keine Angstschreie mehr zu hören sein. Denn was früher war, ist vergangen.“ (Offenbarung 21,4; NGÜ)

Uns ist klar, dass Gott nicht zu uns gekommen ist, weil wir es verdient hätten, sondern weil wir so bedürftig sind – und er so ist, wie er ist. Deswegen sehen wir uns selbst in dem bedürftigen Nächsten. Wie können wir das jetzt in die Praxis übertragen? Wie können wir ‚Taten sprechen lassen‘, und so zeigen, dass wir wirklich von Gottes Gnade verändert worden sind?

1 – Indem wir bewusster und hilfsbereiter durchs Leben gehen. Weil Selbstverliebtheit und Selbstgerechtigkeit der Standardmodus des menschlichen Herzens sind, muss das Evangelium uns jeden Tag neu packen und unseren Blick wieder nach außen richten.

2 – Indem wir in der Gemeinde, die wir gründen, ein Diakonat einrichten. Das Diakonat wird die Aufgabe haben, konkreten Bedürfnissen zu begegnen. Dabei gilt Galater 6,10 als Richtlinie:

„Lasst uns jede Gelegenheit nutzen, allen Menschen Gutes zu tun, besonders aber unseren Brüdern und Schwestern im Glauben.“ (NL)

Als Glaubensfamilie sind wir zuerst für einander verantwortlich (so wie jeder Christ zuerst für seine leibliche Familie verantwortlich ist). Deswegen werden wir ein Programm brauchen, um bei den Nöten innerhalb der Gemeinschaft Abhilfe zu schaffen.

Doch dann gilt unser Engagement natürlich auch unserer Stadt und der Welt um uns herum. Dabei geht es uns in erster Linie nicht darum, die Gesellschaft umzukrempeln, sondern das Evangelium zu bezeugen. Deswegen möchten wir mit anderen christlichen Werken in der Stadt vernetzt sein. Gemeinsam wollen wir so deutlich machen, dass diese Welt kein gottverlassener Ort ist.


Eine Vision für praktische Nächstenliebe (Teil 1)

„Wir bekennen uns zum Christentum. Wir behaupten von uns, Nachfolger Jesu zu sein, und nach dem Evangelium zu leben. Wir haben Bibeln in unseren Häusern. Deswegen wollen wir uns nicht so verhalten, als hätten wir noch nie eine Bibel gesehen, als würden wir den christlichen Glauben nicht kennen, oder wüssten nicht, was für eine Religion das Christentum ist.“ (Jonathan Edwards; Christian Charity)

„Wohltätigkeit…ist ein wesentlicher Teil christlicher Moral.“ (C. S. Lewis)

In freikirchlichen Kreisen ist soziales Engagement im Moment ziemlich trendy. Aber eigentlich gehört es zum klassischen Christentum wie Bibel, Gebet und Kirche. Christen geben, Christen helfen, Christen dienen. Die Präsenz einer christlichen Kirche soll eine gute Nachricht für alle Armen und Bedürftigen sein – und so ist es in der Geschichte auch sehr oft gewesen. Wir möchten auch in diesem Sinne in der guten Tradition christlicher Kirchen stehen, und eine Bereicherung für Köln sein.

Was braucht es dazu?

Ein biblisches Menschenbild.

Die Bibel erfasst die uns bekannten menschlichen Nöte (psychologisch, sozial, materiell). Aber sie geht weiter, und nennt uns den Grund für die Existenz der Bedürfnisse. Es gibt eine theologische Not, die allen anderen Nöten zugrunde liegt: unsere Entfremdung von Gott. Alle anderen Nöte sind Symptome für diese Ursache.

Weil der Mensch eine Einheit ist, bedingen und beeinflussen sich die unterschiedlichen Bedürfnisse. Es ist deswegen praktisch unmöglich, die Bereiche unseres Lebens von einander zu trennen. Deswegen gehören auch die unterschiedlichen Arten der Hilfe untrennbar zusammen – das Evangelium kann nicht von konkreter Hilfe getrennt werden.

Ein biblisches Gottesbild.

Gottes großes Ziel ist es, die ganze Schöpfung zu erlösen. Er hat mehr im Blick als nur die innerlichen Nöte. Weil er den ganzen Menschen liebt, lassen ihn unsere vielfältigen Bedürfnisse nicht kalt. Seine besondere Zuneigung gilt den Armen, Benachteiligten, Schwachen, Kranken und Notleidenden. Man kann die Bibel nicht lesen, ohne ständig mit dieser Tatsache konfrontiert zu werden. Seine Barmherzigkeit ist der Grund dafür, dass Gott der Sohn in Jesus Christus Mensch wurde. Jesus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. Wenn wir ihn sehen, sehen wir den Vater. Die Evangelien machen deutlich: Jesus kümmerte sich um sämtliche menschlichen Nöte.

Ein geglaubtes Evangelium.

Zahlreiche Stellen im Alten wie im Neuen Testament machen die praktische Nächstenliebe zum Prüfstein für eine richtige Gottesbeziehung. Warum? Weil jemand, der das Evangelium glaubt, sich mit den Armen, Kranken und Bedürftigen identifizieren wird. Er wird realisieren: Geistlich gesehen war ich der Bettler und der Blinde. Aber weil er ein weiches Herz hat, kam Gott in Jesus zu mir, und machte mich reich, heilte mich. Diese unverdiente Barmherzigkeit und freundliche Liebe Gottes wird meine Gefühle für meine Mitmenschen radikal verändern. Mein Dienst am Nächsten wird nicht herablassend sein. Ich werde es nicht als bloße Pflichterfüllung sehen. Statt dessen werde ich von echter Dankbarkeit bewegt sein. Dieser Vorgang ist kein Automatismus – wir müssen uns immer wieder mit dem Evangelium konfrontieren (lassen).

Ein gelebtes Evangelium.

Auf diese Weise führt das Evangelium von Gottes Gnade dazu, dass Menschen es durch ihr Leben weitererzählen. Christen dürfen nicht darauf schauen, wer Hilfe verdient hat. Sie dürfen ihr Herz nicht verhärten, wenn sie menschliche Not sehen. Wo wären wir, wenn Gott nur denen helfen würde, die es verdienen? Oder wenn er sich dazu entschieden hätte, sich von unserer Verlorenheit nicht bewegen zu lassen? Für uns ist der Dienst an unserem Nächsten und an der Stadt deswegen eine Form der Kommunikation, der Predigt. Wir demonstrieren dadurch, was wir glauben: dass das Evangelium eine verändernde Kraft ist.