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Predigt: Matthäus 3 – Johannes der Täufer

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Predigt: Matthäus 2 – Verhasst und verehrt

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Jesus: König

Der Evangelist Matthäus beschreibt Jesus als König – nicht nur der Juden, sondern der Welt. Heute geht’s los mit unserer ersten großen Predigtreihe durch das Matthäusevangelium. Kapitel 1: Die Ahnentafel des Königs – über die Inklusion von Frauen und Fremden.


Gnade für Alle!

Gott lässt die Sonne über Gute und Böse scheinen und gibt den Regen den Gerechten und den Ungerechten. Er sendet fruchtbare Zeiten und schenkt Vieles, das dem allgemeinen Wohlergehen der Menschheit zuträglich ist. Zu den häufigsten Segnungen, die man zu dieser Quelle zurückverfolgen kann, zählen Gesundheit, materieller Wohlstand, allgemeine Intelligenz, Begabungen in den Bereichen der Kunst, der Musik, der Redekunst, der Architektur, des Handels und der Erfindungen. (…)

Die Allgemeine Gnade ist der Ursprung aller Ordnung, Kultiviertheit, Kultur, allgemeiner Tugend usw. in der Welt. Durch diese Dinge übt die Wahrheit verstärkt ihre moralische Kraft auf Herz und Gewissen der Menschen aus, und hält so deren böse Leidenschaften in Schach. Diese Gnade führt nicht zur Erlösung, ist aber der Grund, weshalb unsere Erde noch nicht zur Hölle geworden ist.“ (Loraine Boettner)

Gottes Segnungen sind überall, an den unterschiedlichsten und auch unwahrscheinlichsten Orten, anzutreffen. Diese Tatsache nennen Theologen ‚Allgemeine Gnade‘. ‚Allgemein‘, weil sie für alle Menschen da ist. ‚Gnade‘, weil Gott nicht darauf schaut, wer mehr oder wer weniger Segnungen verdient hätte. Er verteilt freigiebig, großzügig, an Gute und an Böse gleichermaßen.

Für uns als Gemeindegründung ist es wichtig, Allgemeine Gnade zu verstehen, und sie auf die Bereiche Kunst, Kultur und Musik anzuwenden. Warum?

Die Lehre von der allgemeinen Gnade hilft uns, Gottes Güte in der ganzen Schöpfung anzuerkennen, und befähigt uns, in einer gefallenen Welt missionarisch zu sein.“ (Tim Keller)

Gottes Güte in der ganzen Schöpfung anerkennen: Wenn der Mensch künstlerisch aktiv ist, spiegelt er damit (ob er will oder nicht) seinen Schöpfer wieder – Gott wird sichtbar. In der Kunst sehen wir Spuren von Gottes Weisheit, Schönheit und Wahrheit. Wir erleben transzendente Augenblicke wenn wir z. B. vom Anblick eines Gemäldes oder beim Hören eines Musikstücks sprachlos und überwältigt sind. Zurecht nennen wir solche Erfahrungen ‚göttlich‘. Paulus schreibt im Bezug auf das Essen: „Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt durch das Wort Gottes und Gebet.“ (1. Tim4,4-5LUT)  Gottes Güte wird in der ganzen Schöpfung sichtbar – das sollte uns dankbar machen und in uns Liebe zu Gott inspirieren.

In einer gefallenen Welt missionarisch sein: Um unsere Mitmenschen zu lieben, müssen wir sie verstehen. Kunst, Kultur und Musik sind der Schlüssel zu diesem Verständnis. Sie sagen nicht nur etwas über die Künstler selbst, sondern drücken auch immer den Zeitgeist aus (in der modernen Kunst z. B. Relativismus, Subjektivismus; in der postmodernen Kunst das Aufweichen aller Grenzen, Ängste, Unsicherheit, Zynismus, Romantik). Auch wenn wir vielleicht das Offensichtliche in der Kunst bevorzugen, und uns die Zerrissenheit, die offenen Fragen und Wunden unserer Umwelt irritieren oder verstören – wir müssen dieser Welt, die Gott liebt, in die Augen schauen.

Aber dann müssen wir uns auch überlegen, wie wir die Verbindung zum Evangelium herstellen können. Zum Beispiel das Motiv der Sehnsucht wie der Kirchenvater Augustinus als Sehnsucht nach Gott deuten. Oder in der Orientierungslosigkeit und Verunsicherung Symptome einer leidenden Gesellschaft sehen, die Gott heilen möchte. Eine missionale Gemeinde wird sich die Mühe machen, ihre Umwelt zu verstehen, und die Brücke zu ihr zu schlagen. ‚Allgemeine Gnade‘ hilft uns, nicht alles Nichtchristliche zu verteufeln, sondern Lernende und Brückenbauer zu sein.


Das Was und Warum der Liturgie

Christliche Gottesdienste können sehr unterschiedlich sein. Manche sind eher durchdacht und förmlich, andere eher spontan und informell. Um diese Unterschiede zu erklären unterteilt man oft in ‚liturgische‘ und ‚freie‘ Gottesdienste. Ich verstehe die Absicht dahinter, aber sprachlich gesehen ist es Unsinn, denn jeder Gottesdienst hat eine Liturgie.

Das Was

Liturgie bedeutet eigentlich nichts Anderes als die Gottesdienstordnung. Dabei spielen vor Allem drei Faktoren eine Rolle: Ort, Zeit und Ablauf. Sobald man in der Planung für einen Gottesdienst festlegt, wo man sich wann trifft, und was man dann wie und in welcher Reihenfolge tut, hat man eine Liturgie geschaffen.

Die verschiedenen Konfessionen, Traditionen und Denominationen haben in ihrer Liturgie auch unterschiedliche Riten. Selbst bei den ganz Freien und Spontanen werden zum Beispiel zum Gebet die Köpfe geneigt, die Hände gefaltet oder gehoben, die Augen geschlossen, und (je nach Grad der Amerikanisierung) das Gebet mit ‚in Jesu Namen‘ abgeschlossen. Beim Abendmahl liest man die Einsetzungsworte aus 1. Korinther 11. Selbst die halbstündige Worshipzeit ist Teil einer Liturgie aus der charismatischen Gemeindetradition. Jede Gemeinschaft entwickelt in ihrer Anbetung ihre eigenen Rituale und eigene Symbolik. Die Frage bei der Liturgie ist also nie, ob es sie gibt, sondern wie sie aussieht und was dahinter steht.

 

Das Warum

Bei Liturgie geht es nicht um Ästhetik – es geht um Theologie und um respektvolle Höflichkeit.“ (Eugene Peterson)

Im mosaischen Gesetz regelte Gott die Anbetung für sein Volk ziemlich detailliert. Dabei sollte sich Mose genau an die Vorgaben halten, die er gezeigt bekommen hatte. Die Liturgie der ersten Christen war in vielerlei Hinsicht einfach eine Fortführung der jüdischen Synagogengottesdienste. Die ‚liturgischen‘ Gottesdienste haben ihre Wurzeln also im Alten Testament und im Judentum zur Zeit von Jesus. Sie sind nicht – wie manche meinen – ein späteres Produkt einer geistlich toten und deswegen auf Äußerlichkeiten fixierten und institutionalisierten Staatskirche.

Das Neue Testament ist übersät mit Spuren der frühchristlichen Liturgie (Buchtipp zum Thema: Gottesdienst ist mehr von Thomas Schirrmacher). Aber eine Stelle ist besonders aufschlussreich: 1. Korinther 14.

Die Gemeinde in Korinth war sehr charismatisch – es gab viele übernatürliche Manifestationen von Gottes Gegenwart. Paulus ermutigt dazu, diese Gaben weiterhin zu suchen (12,31), und für das spontane Wirken des Heiligen Geistes offen zu bleiben, zu erwarten, dass Gott wirkt (14,5). Auf diesem Hintergrund macht er zwei Punkte, die helfen, das ‚Warum‘ einer durchdachten Liturgie zu beantworten.

  1. Liturgie spiegelt Gottes Wesen wieder – Gott ist kein Gott der Unordnung

Paulus rät nicht vom Sprachengebet ab, gibt aber konkrete Anweisungen: Nicht mehr als zwei oder drei, nacheinander, und nur mit Auslegung. Ähnlich beim prophetischen Reden: zwei oder drei, nacheinander, und nur mit Beurteilung. Für den Gottesdienst gilt: „Alles soll angemessen und ordentlich geschehen.“ (40) Seine theologische Begründung fasziniert: „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.“ (33) Für Paulus war es wichtig, dass die Gottesdienstordnung Gottes Wesen widerspiegelt. Klarheit, Übersichtlichkeit und Ordnung bringen Ruhe („Frieden“) in den Gottesdienst. Und das entsprach für Paulus dem Charakter Gottes mehr als das spontane Durcheinander der korinther Gemeinde.

  1. Liturgie ist hilfreich für Besucher – Liebe in den Mittelpunkt

Der alles entscheidende Faktor war für Paulus die Liebe. Das bekannte Kapitel 13 ist ein Plädoyer dafür, die Liebe in den Mittelpunkt eines Gottesdienstes zu stellen.

Liebe für die anderen Christen: „Aber in einer Gemeindeversammlung spreche ich lieber fünf verständliche Worte, die anderen helfen, als zehntausend Worte in einer anderen Sprache.“ (14,19) Nicht die persönliche Selbstverwirklichung und die eigene Freiheit sollen im Mittelpunkt stehen, sondern die Frage: Was hilft meinen Glaubensgeschwistern am ehesten weiter?

Liebe für Besucher: „Stellt euch nur einmal Folgendes vor: Ihr seid als ganze Gemeinde am selben Ort versammelt und fangt alle an, in Sprachen zu reden, ´die von Gott eingegeben sind`. Und nun kommen Leute dazu, die noch nicht viel oder noch gar nichts vom Glauben wissen. Werden sie nicht sagen: »Ihr seid verrückt!«? Und dann stellt euch vor, ihr alle verkündet prophetische Botschaften. Wenn jetzt jemand dazukommt, der vom Glauben nichts oder nicht viel weiß, macht alles, was ihr sagt, ihm bewusst, dass er ein Sünder ist. Durch alles, was er hört, sieht er sich zur Rechenschaft gezogen, und seine verborgensten Gedanken kommen ans Licht. Er wird sich niederwerfen, um Gott anzubeten, und wird ausrufen: »Gott ist wirklich in eurer Mitte!« (23-25; NGÜ) Paulus war seeker sensitive. Er machte sich darüber Gedanken, welche Reaktionen bei einem Nichtchristen durch das Verhalten von Christen im Gottesdienst hervorgerufen werden könnten. Eine durchdachte Liturgie macht es möglich, die Liebe (vor Allem zum nichtchristlichen Besucher) wirklich in den Mittelpunkt zu stellen. Das völlig Freie und Unüberlegte kann Besucher leicht verunsichern und oberflächlich oder flapsig wirken. Und gerade wegen dem großen Kontrast zum hektischen, unordentlichen und überfordernden Innenstadtleben kann ein ordentlicher, übersichtlicher Gottesdienst für einen Besucher wirklich wohltuend sein!


Treffen Nummer Vier

…diesen Sonntag geht’s um unsere Einstellung gegenüber der Geschichte, gegenüber dem Heiligen Geist und darum, was der Inhalt der Predigten sein wird. Ansonsten bleiben alle Infos gleich: 17 Uhr bei uns, Kinderbetreuung, Snacks, Getränke und Gespräche.

Wir freuen uns auf euch!

Mehr Infos zum Inhalt gibt es in der Dienstphilosophie, die letzten drei Punkte unter ‚Geistliches Leben‘.


Treffen Nummer Drei

Diesen Sonntag, den 27. Mai, findet bei uns das dritte Vorab-Treffen statt. Ort und Uhrzeit bleibt gleich! Inhaltlich geht’s diesmal darum, vom Evangelium geprägt zu sein (Selbstironie,  Demut und Mitgefühl), um das organische Prinzip (Raum, Zeit und Zuwendung) und um Musik in der Gemeinde (theologisch, authentisch, evangelistisch). Für ausführlichere Infos zum Inhalt, schau dir in der Dienstphilosophie die ersten drei Abschnitte unter Geistliches Leben an.

Kinderbetreuung wird es auch wieder geben.

Meld dich kurz vorher, wenn du kommst!


Treffen Nummer Zwei

Das nächste Vorab-Treffen für alle Interessierten findet diesen Sonntag, wieder von 17-19 Uhr, bei uns statt. Bitte gebt mir kurz Bescheid, wenn ihr vorbeikommt!

Aus unserer Dienstphilosophie reden wir dieses mal über unser Profil. Dazu gehören folgende drei Punkte:

1) Missional. Jesus sandte seine Jünger in die Welt, um ihn zu bezeugen. Beim missional sein geht es nicht in erster Linie um bestimmte Aktionen oder Dienste, sondern um eine Ausrichtung (nach außen) und um ein Selbstverständnis (die Gemeinde ist ein Missionar).

2) Kontextualisieren. Wir wollen das christliche Zeugnis mit unseren Worten und unserem Leben so ausdrücken, dass bei unserem Umfeld wirklich das ankommt, was Gott sagen möchte. Dazu müssen wir nicht nur den Kern unserer eigenen Botschaft, sondern auch unser Umfeld wirklich kennen und verstehen.

3) Stadtchristen. „In einer Stadt gibt es mehr Ebenbild Gottes pro m² als sonst irgendwo auf der Welt.“ (Tim Keller) Gott liebt Menschen. Städte sind voll davon. Deswegen liebt Gott Köln. Wir wollen unser Christsein bewusst im Kontext dieser Stadt und für diese Stadt leben.

PS: Es wird wieder Kinderbetreuung geben!

 


Interessiertentreffen

Ab dem 29. April werden wir zweimal pro Monat ein Interessiertentreffen bei uns zu Hause haben. Dieses Treffen ist für alle, die sich für unsere Gemeindegründung interessieren, die neugierig sind, oder mitmachen wollen. Dabei ist es egal, wo jemand im Bezug auf den christlichen Glauben steht – jeder ist willkommen.

Hier die Eckdaten:

– zweimal im Monat, Sonntags Abends, von 17 Uhr bis 19 Uhr (erste Stunde Austausch, kurze Pause, dann gemeinsames Gebet)

– in der Victoriastraße 28, nachher Snacks & Getränke, evtl. mit Kinderbetreuung

– ca. 10 Treffen sind geplant, die dann im Herbst in gemeinsame Gottesdienste münden

– noch nicht der Startschuss, sondern pre-launch Treffen (also vorbereitend)

– für alle Interessierten, die sich informieren oder direkt ein Teil der Kerngruppe sein wollen

– Ziele: Vision erklären, Beten, Kerngruppe formen, Leitbild suchen, Ideen sammeln, Gottesdienste planen

Wenn du planst, bei diesem ersten Treffen am 29. April dabei zu sein, sag kurz (per Kommentar/Nachricht hier oder auf Facebook, bzw. per eMail oder telefonisch) Bescheid, damit wir besser planen können.

Um was Termine und Details angeht immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, lohnt es sich, den Blog zu abonnieren (unten rechts auf der Seite eMail Adresse eintragen).


Eine Vision für praktische Nächstenliebe (Teil 2)

„Gottes Methode ist der Mensch.“ (Unbekannt)

Mensch Sein bedeutet, Bedürfnisse und Einschränkungen zu haben. Deswegen brauchen wir einander. Als Menschen sind wir von Natur aus ein nicht zu entwirrendes Knäuel von unterschiedlichen Nöten. Dazu kommen die durch den Sündenfall hervorgerufenen Nöte: Wir brauchen Heilung und Vergebung.

Als Christen glauben wir an einen Gott, der ein weiches Herz hat. Unsere Bedürftigkeit und Verlorenheit bewegen ihn zur Hilfe. Das wird in der Menschwerdung und im Tod von Jesus Christus sichtbar. Weil er seine Schöpfung (und besonders den Menschen) liebt, wird er eines Tages alles wiederherstellen: „Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen, und es werden keine Angstschreie mehr zu hören sein. Denn was früher war, ist vergangen.“ (Offenbarung 21,4; NGÜ)

Uns ist klar, dass Gott nicht zu uns gekommen ist, weil wir es verdient hätten, sondern weil wir so bedürftig sind – und er so ist, wie er ist. Deswegen sehen wir uns selbst in dem bedürftigen Nächsten. Wie können wir das jetzt in die Praxis übertragen? Wie können wir ‚Taten sprechen lassen‘, und so zeigen, dass wir wirklich von Gottes Gnade verändert worden sind?

1 – Indem wir bewusster und hilfsbereiter durchs Leben gehen. Weil Selbstverliebtheit und Selbstgerechtigkeit der Standardmodus des menschlichen Herzens sind, muss das Evangelium uns jeden Tag neu packen und unseren Blick wieder nach außen richten.

2 – Indem wir in der Gemeinde, die wir gründen, ein Diakonat einrichten. Das Diakonat wird die Aufgabe haben, konkreten Bedürfnissen zu begegnen. Dabei gilt Galater 6,10 als Richtlinie:

„Lasst uns jede Gelegenheit nutzen, allen Menschen Gutes zu tun, besonders aber unseren Brüdern und Schwestern im Glauben.“ (NL)

Als Glaubensfamilie sind wir zuerst für einander verantwortlich (so wie jeder Christ zuerst für seine leibliche Familie verantwortlich ist). Deswegen werden wir ein Programm brauchen, um bei den Nöten innerhalb der Gemeinschaft Abhilfe zu schaffen.

Doch dann gilt unser Engagement natürlich auch unserer Stadt und der Welt um uns herum. Dabei geht es uns in erster Linie nicht darum, die Gesellschaft umzukrempeln, sondern das Evangelium zu bezeugen. Deswegen möchten wir mit anderen christlichen Werken in der Stadt vernetzt sein. Gemeinsam wollen wir so deutlich machen, dass diese Welt kein gottverlassener Ort ist.