Schlagwort-Archive: Kirche

Location steht fest: die Eigelsteintorburg.

Die liegt in unserem Heimatveedel, nur wenige hundert Meter Luftlinie vom HBF entfernt, und wird sonst hauptsächlich von der Offenen Jazz Haus Schule bzw. der Musikhochschule, aber auch für Veranstaltungen wie z. B. Hochzeiten genutzt.

Mehr Infos hier und hier.


Treffen Nummer Sieben

…weil wir gestern Abend erst wiedergekommen sind, nochmal auf den letzten Drücker: die Erinnerung an unser Treffen morgen. Wir treffen uns wieder bei uns in der Victoriastraße 28, ab 17 Uhr und mit Abendessen & Kinderbetreuung.

In unserem siebten Interessiertentreffen sprechen wir über die letzten drei Abschnitte aus unserer Dienstphilosophie: interkulturelle Versöhnung (weil wir’s beim letzten Mal nicht geschafft haben), über diakonischen Dienst (mehr Infos hier und hier) und über Gemeindegründungsbewegungen.

Ab dem nächsten Mal werden wir uns dann konkret an die Planung erster Gottesdienste begeben!


Treffen Nummer Sechs

Lieber spät als nie kommt die Erinnerung an unser Treffen diesen Sonntag. In Treffen Nummer Sechs besprechen wir den ersten Teil unserer konkreten Vision für die Gemeindegründung: Kirchenferne erreichen; Kunst, Kultur und Musik betonen und interkulturelle Versöhnung bewirken.

Alle Infos zu Zeit und Ort bleiben gleich…bis Sonntag!


Warum eine neue Gemeinde in der Kölner Innenstadt?

Warum gründen wir in der Kölner Innenstadt eine weitere christliche Gemeinde? Gibt es nicht schon genug Kirchen in Köln? In der Innenstadt allein gibt es natürlich den Dom als architektonisches Herz der Stadt, die 12 romanischen Altstadtkirchen, fünf evangelische Kirchen und vier evangelische Freikirchen. Das sind insgesamt 22 Kirchen für über 130.000 Innenstadtbewohner.

Bei unseren wöchentlichen Umfragen gaben nur 5% der Befragten spontan an, dass es noch nicht genug Kirchen und Gemeinden in Köln gäbe. Gleichzeitig besuchen aber nur 14% der am Rudolfplatz Befragten regelmäßig (wöchentlich oder monatlich) einen christlichen Gottesdienst. Woran liegt das?

Unsere Erfahrungen durch die Gespräche und Umfragen innerhalb des letzten Jahres decken sich mit dem, was die Medien schon seit einiger Zeit berichten: das Interesse an Spiritualität und Glauben wächst zwar, aber viele (vor Allem junge) Menschen nehmen die bestehenden Kirchen und Gemeinden nicht als die Orte wahr, an denen diesem Bedürfnis wirklich begegnet wird (ob zu Recht oder zu Unrecht, darüber kann man natürlich streiten). Also: die Nachfrage steigt, aber die Zahl der Gottesdienstbesucher sinkt.

Unsere These: nicht nur die Zahl, sondern auch die Art der Kirchen ist entscheidend. Es gibt zwar einige Kirchen, aber die tatsächlich angesprochene Zielgruppe ist bei einem Großteil der Kirchen und Gemeinden die Selbe. Wir glauben, dass es für die unterschiedlichen Generationen und Milieus verschiedene Arten von Kirchen und Gemeinden braucht. Vielfalt ist gefragt.

Wir brauchen nicht nur neue Gemeinden, die als Anlaufstelle für Leute wahrgenommen werden, deren Interesse bereits geweckt ist – wir brauchen Gemeinden, in denen der christliche Glaube glaubwürdig, relevant und mutig gelebt wird, und dadurch auch bei Kirchen- und Glaubensfernen neues Interesse weckt. Wir wollen eine solche Gemeinde gründen.

Für diejenigen, die sich für eine missions-theologische Antwort auf diese Frage interessieren, empfehle ich den Vortrag von Tim Keller „Why plant churches?“ (Skript hier auf Deutsch).


Das erste Treffen, die nächsten Termine

Bei unserem ersten Vorab-Treffen war die Bude schon relativ voll – aber es ist natürlich noch Platz für mehr! Thema war die „historische und theologische Verortung“ für unsere Gemeindegründung:

1) Wir sind christliche Kirche. Wir betonen die Kontinuität von Gottes Wirken, und die Einheit aller, die zum christlichen Glauben, wie er sich in der Bibel und den frühen ökumenischen Bekenntnissen ausdrückt, stehen: das, was alle Christen immer und überall geglaubt haben.

2) Wir sind evangelische Christen. Deswegen geht es bei uns immer um Jesus, die Bibel, Gottes Gnade und das Vertrauen auf ihn. Alle Christen sind gleich, was Privilegien und Verantwortung angeht. Jeder Christ ist gleich nah an Gott dran, und jeder Christ ist ‚im Vollzeitdienst‘.

3) Wir sind eine Freikirche. Freikirchen (Gemeinden) sind unabhängig vom Staat, erhalten keine Kirchensteuer. Wir verstehen das Christentum in erster Linie als eine Laien- und Bekenntnisbewegung: jeder, der sich persönlich und freiwillig zum Glauben bekennt, kann mitmachen!

 

Termine.

Wir wollen unsere Treffen immer am 2. und 4. Sonntag des Monats haben. Für den Monat Mai wäre das der 13. und der 27. Hier auf dem Blog gibt’s dann immer noch eine Erinnerung und auch den Teil der Philosophy of Ministry, mit dem wir uns dann befassen werden. Deswegen: Blog abonnieren!

 


2011 in review

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Ein New York City U-Bahnzug faßt 1,200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 4.600 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 4 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.


Eine Vision für geistliches Leben – Teil 3: Relevant

„Das Verhältnis zwischen Christen und Kultur ist aktuell für die Kirche das entscheidende Thema.“ (Tim Keller)

„Ich versuche nicht, das Evangelium relevant zu machen, sondern die Relevanz des Evangeliums zu zeigen.“ (Mark Driscoll)

Zu unserer Vision für geistliches Leben gehört, dass es nicht nur historisch und organisch, sondern dabei auch relevant für unsere Mitmenschen sein soll. Um das Bild vom Baum aus dem letzten Artikel noch einmal aufzugreifen: der Baum besteht ja nicht nur aus Wurzeln, sondern auch aus einem Stamm, sowie aus Ästen und Zweigen, die sich immer weiter ausstrecken.

Unter „Relevanz“ verstehen wir nicht einfach eine Anpassung der Kirche an ihr kulturelles Umfeld, bei der es nur darum geht, dass Form und Inhalt ‚zeitgemäß‘ sind. Darin sehen wir nämlich die Gefahr, beliebig zu werden, die christliche Identität aufzugeben und damit Verrat an sich selbst zu begehen. Die historischen Wurzeln der Kirche dürfen nicht gekappt werden. Sonst sind wir morgen vielleicht so hip, dass wir übermorgen schon wieder veraltet sind. Relevant sein bedeutet, mit der uns umgebenden Kultur in Berührung zu bleiben. Wir möchten nicht reaktionär und defensiv sein, sondern als Christen proaktiv und dienend am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Nur wenn wir Teil der Kultur sind, können wir sie von innen heraus mit einem gelebten und gepredigten Evangelium konfrontieren.

Konkret: In der Praxis bedeutet das dann folgendes:

Wir wollen authentisch unseren Glauben im Alltag leben. An erster Stelle stehen nicht Programme, Projekte oder Events, sondern eine hohe Sicht des Alltäglichen. Unser geistliches Leben soll zuallererst im Alltag, für Familie, Freunde, Hobby und Beruf relevant sein. D. h., es soll sich dort ausdrücken, und das auf eine Art und Weise, die für unsere Nächsten von Bedeutung ist. Für uns ist das von Theologen so genannte ‚Priestertum aller Gläubigen‘ (alle Christen haben einen priesterlichen Dienst in der Welt) extrem wichtig. Die christliche Kirche ist eine Laienbewegung.

„…einer der Begriffe, der sich in unser christliches Vokabular hineingeschlichen, und dabei unglaublich vielen Seelen geschadet hat, ist „christlicher Vollzeitdienst“. Jedes Mal, wenn wir ihn gebrauchen, treibt es einen Keil der Missverständlichkeit zwischen unser Beten und unser Arbeiten, zwischen unser Gottesdienst Feiern und unser für den Lebensunterhalt Sorgen.“ (Eugene Peterson)

Wir schätzen jede Art von Musik, Kultur und Kunst als Ausdruck der Kreativität und Form der Kommunikation. Der christliche Glaube sollte kulturelle Vielfalt nicht zerstören, sondern feiern. Sie wird in Ewigkeit erhalten bleiben und ermöglicht ein vollständigeres Gesamtbild von Gottes Wesen. Wir glauben, dass der Wunsch, künstlerisch und schöpferisch aktiv zu sein, zu unserer Ebenbildlichkeit Gottes gehört. Außerdem ist Kunst eine Form der Kommunikation. Kunst sagt uns nicht nur etwas über Gott, sondern auch über das Innenleben und die Lebensrealität unserer Mitmenschen.

Wir wollen eine lokale Gegenkultur entwerfen. Das heißt, wir wollen eine alternative Gemeinschaft von Kölnern in Köln und für Köln sein. Nicht eine Subkultur, die sich letztendlich doch einordnen lässt, sondern eine Gegenkultur, wo wir Dinge in Frage stellen, und frei und kreativ überlegen: Wie sähe es aus, wenn die Herrschaft von Jesus in Köln anerkannt und gelebt würde? Das ist unser Experiment.

Wir wollen Verantwortung für die Menschen tragen. Jesus hat seine Gemeinde in die Welt gesandt. Im Rückzug aus der Welt sehen wir deswegen ein sich Drücken vor der gottgegebenen Verantwortung für unsere Mitmenschen. Wir haben nicht nur eine Bringschuld, was das Evangelium angeht, sondern wir sollen gemeinschaftlich Jesus in der Welt verkörpern. Dem gingen (laut Evangelien) auch gesellschaftliche, politische, und soziale Missstände und Nöte nahe. Konkrete Leiden seiner Mitmenschen ließen ihn nicht kalt. „Unsere Liebe darf sich nicht in Worten und schönen Reden erschöpfen; sie muss sich durch unser Tun als echt und wahr erweisen.“ Persönliche Evangelisation und sozial-diakonische Dienste, bzw. gesellschaftliches Engagement, sind deswegen für uns gleich wichtig. Wir finden: man darf sie nicht von einander trennen oder sogar gegen einander ausspielen.


Eine Vision für geistliches Leben – Teil 2: Organisch

Unsere Vision für geistliches Leben ist organisch. Sie orientiert sich an der Natur. In der Bibel sehen wir, wie der Mensch und wie das Reich Gottes mit Bildern aus der Natur beschrieben werden. Ein Mensch ist kein Auto, dass nur regelmäßig ‚auftanken‘ muss. Und echte Gemeinschaft (eine Kirche) ist keine Maschine, die bloß ihr Öl braucht, um rund zu laufen. Wir glauben, dass der einzelne Mensch und die Kirche vor Allem lebendige Organismen sind. Und dass das Leben etwas komplexes, gottgegebenes, heiliges und geheimnisvolles ist. Deswegen schätzen wir das Leben, und wollen es gerne in seiner Fülle entdecken.

In der jüdischen Schöpfungsgeschichte heißt es: „Da machte Gott den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Lebensatem in seine Nase. Und so wurde der Mensch eine lebendige Seele.“ Gott machte sich die Hände schmutzig, er formte den Menschen aus der Erde. Der Mensch ist von Gott, aber aus der Erde. Und es ist der Atem Gottes, der ihn zu einem lebendigen Wesen macht.

Gottes Schöpfung funktioniert in Zyklen, sie hat einen Rhythmus. Tag und Nacht, die Jahreszeiten, die sieben Tage einer Woche. Leben wird nicht produziert – es wird geschaffen und es wächst. Die Schöpfung lebt nach diesen Gesetzmäßigkeiten.

Uns ist wichtig, dass wir uns zuerst als Teil von Gottes Schöpfung verstehen. Dass wir begreifen, wie seine Welt funktioniert. „Wir vergessen nicht, dass wir Christen sind – wir vergessen, dass wir Menschen sind.“ (Unbekannt) Nicht nur, dass wir es vergessen, wir haben es nie wirklich gewusst. Und deswegen möchten wir gemeinschaftlich lernen, was es heißt, Mensch zu sein und was es heißt, Christ zu sein. Wir wollen gemeinsam leben lernen. Was passiert, wenn Menschen den göttlichen Rhythmus der Schöpfung ignorieren, sieht man momentan in unserer Gesellschaft: „Volkskrankheit Burn-Out“. Wir sind erschöpft und deprimiert – höchste Zeit, dass wir wieder zurückfinden.

Auch das Himmelreich folgt organischen Naturgesetzen. Das Reich Gottes ist seine anbrechende Herrschaft auf dieser Erde, die sich vor Allem in seiner Kirche zeigt. Jesus sagt:

»Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf sein Feld sät. Es ist zwar das kleinste aller Samenkörner. Aber was daraus wächst, ist größer als alle anderen Gartenpflanzen. Ein Baum wird daraus, auf dem die Vögel sich niederlassen und in dessen Zweigen sie nisten.«

Geistliches Leben in einer Gemeinschaft kommt von Gott. Wir können versuchen, alles so sorgfältig wie möglich zu organisieren. Aber Gott muss das Wachstum geben. Und dieses Wachstum braucht Raum, Pflege und Zeit. Um einen Vergleich vom Apostel Paulus zu gebrauchen: wir können pflanzen und gießen, aber Gott bewirkt, dass es wächst. Die Strukturen, die wir brauchen, sind wie ein Pflanzenstab, der dafür sorgt, dass das Wachstum in die richtige Bahn gelenkt wird.

Wir finden, dass man die Gemeinde mit einem Baum vergleichen kann. Ein gesunder Baum wird gleichzeitig in die Tiefe und in die Höhe bzw. Breite wachsen. Für uns bedeutet das Wachstum in die Tiefe zum Einen die gemeinsame Vertiefung des Glaubens. Zum Anderen heißt es für uns allerdings auch, tief in der Geschichte, die Gott mit seinem Volk schreibt, verwurzelt zu sein (siehe letzter Beitrag).

„Life is too deep for words, so don’t try to describe it, just live it.“ (C. S. Lewis)

Konkret: Weil wir das ganze Leben als Gottes Geschenk sehen, spielen Kunst, Musik und Kultur, Freundschaft und Respekt für uns eine wichtige Rolle. Das soll auch in unserer Gemeinschaft, in Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen sichtbar werden. Wir haben eine ganzheitliche Sicht vom Menschen und von einem Leben mit Gott. Ein richtig verstandenes und entsprechend angewendetes Evangelium wird das ganze Leben von innen heraus verändern. Gott will, dass dieser lebenslange Prozess in einer Gemeinschaft gelebt und von ihr begleitet wird. Soulfire soll ein Zuhause für Lernende und Suchende in der Kölner Innenstadt sein.

Wir glauben an das organische Prinzip, haben aber keine romantische Vorstellung davon, wie dieses in der Praxis zum Tragen kommt. Das heißt: Programme, Methoden, Strategien, Organisation und Planung, Absichtlichkeit und Institutionen sind alles notwendige Werkzeuge für geistliches Wachstum. Sie schaffen den Rahmen für Gottes Wirken, sind aber niemals die Ursache oder Quelle geistlichen Lebens. Mit unseren Bemühungen bauen wir sozusagen nur den Altar, aber Gott muss das Feuer vom Himmel senden.


soulfire DNA – Teil 7: Eine Gemeindegründungsbewegung

Wir hoffen und beten, dass mit der soulfire-Gemeindegründung nicht nur eine einzelne neue Gemeinde in Köln entsteht, sondern eine Bewegung losgetreten wird. Was man sich genau unter einer Gemeindegründungs- bewegung vorzustellen hat, und warum sie so wichtig ist, darum geht es in diesem Artikel.

Was ist eine Gemeindegründungsbewegung?

Einer der Fachleute zu diesem Thema, David Garrison, schreibt, dass man eine Gemeindegründungsbewegung (GGB) anhand von drei Charakteristika identifizieren kann:

1. Geschwindigkeit. Ein wichtiger Faktor bei einer GGB ist die Geschwindigkeit, in der neue Gemeinden entstehen. Wenn es Jahrzehnte oder Jahrhunderte dauert, damit an einem Ort oder in einem Land einige neue Gemeinden entstehen, sollte man wahrscheinlich eher nicht von einer Bewegung sprechen. Bei einer GGB entstehen neue Gemeinden in ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit. Bei Redeemer ist das gesteckte Ziel jeder Gemeinde die Gründung einer Tochtergemeinde alle 3-5 Jahre.

2. Wachstum. Der zweite Faktor ist exponentielles Wachstum. D. h., jede gegründete Gemeinde gründet selber regelmäßig neue Gemeinden. Das Gründen von neuen Gemeinden ist in die DNA eingebaut. Es geschieht nicht zufällig, sondern absichtlich, regelmäßig und strategisch. Praktisch gesehen heißt das: Jede gegründete Gemeinde befindet sich immer an irgendeinem Punkt im Prozess der nächsten Gemeindegründung (Beten, Suchen, Vision entwickeln, Planen, Vorbereiten, Senden, Unterstützen).

3. Einheimische. Der dritte Faktor in Garrisons Definition von Gemeindegründungsbewegung ist, dass sie nicht von außen durch Missionare, Pastoren und Leiter aus dem Ausland gespeist wird. Von Anfang an zieht die GGB ihre zukünftigen Gründer und Pastoren aus dem eigenen Land. Diese sind sensibler dafür, wie das Evangelium in ihrer eigenen Kultur funktioniert. Außerdem entstehen auf diese Weise in jeder Hinsicht selbständigere (und damit robustere) Gemeinden.

„Eine Gemeindegründungsbewegung ist eine schnelle und exponentielle Vermehrung von einheimischen Gemeinden.“ (David Garrison)

Warum braucht man eine Gemeindegründungsbewegung?

Zuerst muss man verstehen, wie Gott diese Welt segnen, heilen und retten will. „Die Gemeinde ist Gottes Plan A um diese Welt zu erreichen. Es gibt keinen Plan B.“ (Chris Tomlin) Als Jesus diese Erde verließ, hinterließ er nicht nur ein paar verstreute Anhänger, oder eine neue Weltreligion. Er hinterließ eine völlig neue Gemeinschaft: die Kirche/Gemeinde. Sie soll die christliche Botschaft leben und verkündigen. Sie soll Gottes Wirken und Reden zu den Menschen bringen. Überall, wo Gott wirkt, entstehen auf kurz oder lang neue Gemeinden. Nur durch sie erfüllt sich der Auftrag Jesu, alle Menschen zu Jüngern zu machen, indem sie gelehrt und getauft werden, in großem Stil. (Um dieses Thema zu vertiefen empfiehlt sich die Lektüre von Tim Kellers Vortrag „Warum Gemeinden gründen?“)

„Die Gemeinde ist Gottes Plan A um diese Welt zu erreichen. Es gibt keinen Plan B.“ (Chris Tomlin)

Gemeindegründungsbewegungen sollten eigentlich normal sein. Eine geistlich starke, gesunde Gemeinschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich nach außen orientiert und ausstreckt. Leider spielt häufig das Gründen neuer Gemeinden als effektivste und biblischste Möglichkeit dazu eine viel zu kleine Rolle. Man beschränkt sich oft auf die Missionsbemühungen einzelner Christen oder den Evangelisationsmöglichkeiten der jeweiligen Gemeinde.

Gemeinden/Kirchen sind sehr unterschiedlich. Diese Vielfalt ist kein dramatisches Problem, sondern eine unglaubliche Chance. Denn auch die Menschen, ihre Nöte, Vorlieben und Bedürfnisse sind völlig verschieden. Deswegen braucht es zum einen alle bestehenden Gemeinden/Kirchen einer Stadt, um dieser effektiv dienen zu können. Zum anderen braucht es aber auch eine Gemeindegründungsbewegung, um eine ausreichende Menge an christlichen Kirchen in einer Stadt sicherstellen zu können, und alle Menschen erreicht werden.

Das gemeinsame Ziel der Kirchen und Gemeinden einer Stadt sollte es sein, den vielfältigen Segen und die Liebe Gottes in die Stadt zu tragen. Das Königreich Gottes soll die Stadt von innen heraus mit Vergebung und Heilung durchdringen, so wie Hefe einen Teig durchdringt.

»Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig. Eine Frau nimmt eine Hand voll davon, mengt ihn unter einen halben Sack Mehl, und am Ende ist die ganze Masse durchsäuert.« (Jesus Christus, Matthäus 13,33; NGÜ)

Diese Transformation der Gesellschaft geschieht durch eine Vielzahl an aktiven Ortsgemeinden, die untereinander vernetzt sind. Für diese Vielzahl braucht es eine Gemeindegründungsbewegung.