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soulfire DNA – Teil 9: Nach außen gewandt (Teil 2)

Heute geht es darum, die Frage, was der missionale Ansatz konkret in einer Gemeinde bewirkt zu vertiefen. Dazu will ich Tim Keller zu Wort kommen lassen. Hier ein Auszug aus seinem Vortrag „The missional Church“:

 

 

 

Die Elemente einer missionalen Gemeinde

1. Sie spricht die Sprache der Menschen

  • In stark christlich geprägten Kulturen gibt es kaum Unterschiede in der Wortwahl innerhalb oder außerhalb der Gemeinde. (…) Biblische Begriffe sind ‚drinnen wie draußen‘ bekannt. Aber in einer missionalen Gemeinde müssen Begriffe erklärt werden.
  • Die missionale Gemeinde vermeidet ‚kanaanäische‘ Sprache, stilisierte Gebetssprache, unnötigen evangelikalen, frommen Jargon und veraltete Ausdrücke, durch die eine geistliche Atmosphäre geschaffen werden soll.
  • Die missionale Gemeinde vermeidet die „wir/sie-Sprache“, verachtungsvolle Witze, bei denen sich über Menschen mit anderen politischen oder religiösen Ansichten lustig gemacht wird, sowie herablassende und respektlose Kommentare über diejenigen, die sich von uns unterscheiden.
  • Die missionale Gemeinde vermeidet sentimentales, blumiges, inspirierendes Gerede. Statt dessen lässt sie sich mit der freundlichen, bescheidenen aber fröhlichen Ironie, die das Evangelium schafft auf die Kultur ein. Demut + Freude = ‚gospel irony‘ und Realismus.
  • Die missionale Gemeinde vermeidet es, jemals so zu sprechen, als wären keine Nichtchristen gegenwärtig. Wenn du so redest (im Gespräch und vor Menschen), als ob Leute aus jedem Teil deiner Wohngegend anwesend wären (und nicht nur verstreute Christen versammelt sind), werden sich früher oder später immer mehr Menschen aus deiner Umgegend einfinden bzw. eingeladen werden.
  • Wenn all diese gerade aufgelisteten Dinge nicht aus einem Herz fließen, dass wirklich demütig, mutig, und vom Evangelium verändert ist, sind sie nur Marketingstrategien und Manipulationsversuche.

 

2. Sie taucht in die Kultur ein und erzählt deren Geschichten mit dem Evangelium neu.

  • In einer stark christlich geprägten Kultur ist es möglich, bereits ‚christianisierte‘ Menschen zu ermahnen, einfach das zu tun, von dem sie wissen, dass sie es tun sollten – auch wenn man sich kaum oder gar nicht mit den Menschen beschäftigt, ihnen zugehört oder versucht hat, sie zu überzeugen. Es wird eher ermahnt – und dabei häufig über Schuldgefühle gearbeitet. In einer missionalen Gemeinde geht man beim Predigen und Kommunizieren immer davon aus, dass Skeptiker anwesend sind. Deswegen greift man ihre Geschichten auf, anstatt nur von ‚alten Zeiten‘ zu schwärmen.
  • In die Kultur einzutauchen bedeutet, mit der Literatur, Musik, Theater, etc. der Kultur sehr vertraut zu sein und damit zu sympathisieren, weil sie von den Hoffnungen, Träumen, Heldengeschichten und Ängsten erzählen.
  • In der alten Geschichte der Kultur ging es darum, eine gute Person zu sein, ein(e) gute(r) Vater/Mutter/Sohn/Tochter zu sein, ein anständiges, barmherziges, gutes Leben zu führen. In der neuen Geschichte geht es a) darum, frei, selbstbestimmend und authentisch zu sein (Thema: Befreiung von Unterdrückung), und b) darum, die Welt für alle Menschen zu einem sicheren Ort zu machen (Themen: Einbeziehen des ‚Anderen‘ und Gerechtigkeit).
  • Das Neuerzählen dieser Geschichten bedeutet in diesem Fall, dass man aufzeigt, wie wir nur in Christus von der Sklaverei befreit sein und den Anderen ohne Ungerechtigkeit aufnehmen können.

 

3. Sie schult Laien theologisch für öffentliches Leben und Beruf.

  • In einer stark christlich geprägten Kultur kann man es sich leisten, die Leute nur in den Bereichen Bibelstudium, Evangelisation und persönliche Frömmigkeit zu schulen, weil sie im öffentlichen Leben (Arbeit, Nachbarn, usw.) nicht mit grundlegend nichtchristlichen Werten konfrontiert werden. In einer missionalen Gemeinde erhalten die Laien eine theologische Schulung, um für alles eine christliche Sichtweise zu entwickeln und um als Christen in ihrem Beruf aktiv sein zu können. Dabei lernen sie a) welche kulturellen Handlungsweisen in die Kategorie ‚allgemeinen Gnade‘ gehören und deswegen übernommen werden sollten, b) welche Handlungsweisen dem Evangelium entgegenstehen und deswegen abgelehnt werden müssen und c) welche Handlungsweisen überarbeitet und angepasst werden können.
  • In einer missionalen Gemeinde wird das Leben der Laien, die durch ihren christlichen Lebens- und Arbeitsstil die Kultur erneuern und verändern, als gleichwertige ‚Reichsgottesarbeit‘ und geistlicher Dienst anerkannt – auf der gleichen Ebene wie der traditionelle Predigt- oder Lehrdienst.
  • Schlussendlich müssen Christen im öffentlichen Raum im Umgang mit denjenigen, von denen sie sich stark unterscheiden das Evangelium durch echte, biblische Liebe und Toleranz leben. Diese Toleranz sollte mindestens so groß sein wie die, mit der uns Christen von Menschen mit grundlegend anderer Sichtweise begegnet wird. Der Vorwurf der Intoleranz ist vielleicht das bezwingendste Argument gegen das Evangelium in der post-christlichen, westlichen Welt.

 

4. Sie schafft eine christliche Gemeinschaft, die eine überraschende Gegenkultur darstellt.

  • In einer stark christlich geprägten Kultur versteht man unter ‚Gemeinschaft‘ im Grunde genommen einfach eine Reihe von stärkenden Beziehungen, Unterstützung und Fürsorge. Das ist natürlich auch notwendig. Doch in einer missionalen Gemeinde muss eine christliche Gemeinschaft noch weiter gehen, und eine Art Gegenkultur formen, um der Welt zu zeigen, wie grundlegend anders eine christliche Gesellschaft im Bezug auf Sex, Geld und Macht ist.
  • Thema Sex: Wir vermeiden sowohl die Vergötterung von Sex, wie man sie in den säkularen Teilen der Gesellschaft vorfinden, als auch die Furcht vor diesem Thema, wie sie in den traditionellen Teilen der Gesellschaft vorkommt. Außerdem reagieren wir auf die Menschen, deren sexuelle Lebensgestaltung anders aussieht mit Liebe statt mit Feindschaft oder Angst.
  • Thema Geld: Wir werben für radikal großzügigen Einsatz in den Bereichen Zeit, Geld, Beziehungen und Lebensraum für soziale Gerechtigkeit und die Bedürfnisse der Armen, der Immigranten und der finanziell und körperlich Schwachen.
  • Thema Macht: Wir setzen uns für Machtteilung und Beziehungsbau zwischen Rassen und Klassen die überhaupt nicht zum Leib Christi gehören.
  • In einfachen Worten: eine Gemeinde muss sich noch intensiver und konkreter in den Bereichen Barmherzigkeit und soziale Gerechtigkeit engagiert sein als die traditionellen liberalen Kirchen und noch intensiver und konkreter in den Bereichen Evangelisation und Bekehrung aktiv sein als die traditionelle konservativen Gemeinden. Diese Gemeinde soll (…) in keine Schublade passen. Sie nimmt dem Außenstehenden die Möglichkeit, sie als liberal oder konservativ zu kategorisieren (und abzustempeln). Nur diese Art von Gemeinde hat in der post-christlichen westlichen Welt überhaupt eine Chance.

 

5. Sie praktiziert in der Öffentlichkeit so viel wie Möglich christliche Einheit.

  • In einer stark christlich geprägten Kultur, wo ‚jeder ein Christ war‘, war es vielleicht notwendig, dass sich eine Gemeinde darüber definierte, dass sie sich von anderen Gemeinden abgrenzte. Um also eine Identität zu entwickeln, musste man sagen „Wir sind nicht so wie diese andere Gemeinde/Kirche bzw. diese anderen Christen dort!“.
  • Heutzutage ist es jedoch viel aufschluss- und hilfreicher, wenn eine Gemeinde sich im Kontrast zu ‚der Welt‘ definiert, also den Werten einer nichtchristlichen Kultur. Es ist unglaublich wichtig, dass wir nicht unsere Zeit damit verschwenden, andere Gemeinden und Kirchen zu kritisieren und niederzumachen. Tun wir das, spielen wir denjenigen in die Arme, die das Christentum als intolerant ablehnen.
  • Während wir uns vor Ort hinter die Konfessionen stellen, die viele unserer Unterscheidungsmerkmale teilen, müssen wir uns gleichzeitig auch zu anderen Gemeinden und Kirchen ausstrecken und sie unterstützen. Natürlich werden dabei auch heikle Fragen aufkommen, aber wir sollten die Zusammenarbeit als gemeinsames Ziel verfolgen.

soulfire DNA – Teil 7: Eine Gemeindegründungsbewegung

Wir hoffen und beten, dass mit der soulfire-Gemeindegründung nicht nur eine einzelne neue Gemeinde in Köln entsteht, sondern eine Bewegung losgetreten wird. Was man sich genau unter einer Gemeindegründungs- bewegung vorzustellen hat, und warum sie so wichtig ist, darum geht es in diesem Artikel.

Was ist eine Gemeindegründungsbewegung?

Einer der Fachleute zu diesem Thema, David Garrison, schreibt, dass man eine Gemeindegründungsbewegung (GGB) anhand von drei Charakteristika identifizieren kann:

1. Geschwindigkeit. Ein wichtiger Faktor bei einer GGB ist die Geschwindigkeit, in der neue Gemeinden entstehen. Wenn es Jahrzehnte oder Jahrhunderte dauert, damit an einem Ort oder in einem Land einige neue Gemeinden entstehen, sollte man wahrscheinlich eher nicht von einer Bewegung sprechen. Bei einer GGB entstehen neue Gemeinden in ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit. Bei Redeemer ist das gesteckte Ziel jeder Gemeinde die Gründung einer Tochtergemeinde alle 3-5 Jahre.

2. Wachstum. Der zweite Faktor ist exponentielles Wachstum. D. h., jede gegründete Gemeinde gründet selber regelmäßig neue Gemeinden. Das Gründen von neuen Gemeinden ist in die DNA eingebaut. Es geschieht nicht zufällig, sondern absichtlich, regelmäßig und strategisch. Praktisch gesehen heißt das: Jede gegründete Gemeinde befindet sich immer an irgendeinem Punkt im Prozess der nächsten Gemeindegründung (Beten, Suchen, Vision entwickeln, Planen, Vorbereiten, Senden, Unterstützen).

3. Einheimische. Der dritte Faktor in Garrisons Definition von Gemeindegründungsbewegung ist, dass sie nicht von außen durch Missionare, Pastoren und Leiter aus dem Ausland gespeist wird. Von Anfang an zieht die GGB ihre zukünftigen Gründer und Pastoren aus dem eigenen Land. Diese sind sensibler dafür, wie das Evangelium in ihrer eigenen Kultur funktioniert. Außerdem entstehen auf diese Weise in jeder Hinsicht selbständigere (und damit robustere) Gemeinden.

„Eine Gemeindegründungsbewegung ist eine schnelle und exponentielle Vermehrung von einheimischen Gemeinden.“ (David Garrison)

Warum braucht man eine Gemeindegründungsbewegung?

Zuerst muss man verstehen, wie Gott diese Welt segnen, heilen und retten will. „Die Gemeinde ist Gottes Plan A um diese Welt zu erreichen. Es gibt keinen Plan B.“ (Chris Tomlin) Als Jesus diese Erde verließ, hinterließ er nicht nur ein paar verstreute Anhänger, oder eine neue Weltreligion. Er hinterließ eine völlig neue Gemeinschaft: die Kirche/Gemeinde. Sie soll die christliche Botschaft leben und verkündigen. Sie soll Gottes Wirken und Reden zu den Menschen bringen. Überall, wo Gott wirkt, entstehen auf kurz oder lang neue Gemeinden. Nur durch sie erfüllt sich der Auftrag Jesu, alle Menschen zu Jüngern zu machen, indem sie gelehrt und getauft werden, in großem Stil. (Um dieses Thema zu vertiefen empfiehlt sich die Lektüre von Tim Kellers Vortrag „Warum Gemeinden gründen?“)

„Die Gemeinde ist Gottes Plan A um diese Welt zu erreichen. Es gibt keinen Plan B.“ (Chris Tomlin)

Gemeindegründungsbewegungen sollten eigentlich normal sein. Eine geistlich starke, gesunde Gemeinschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich nach außen orientiert und ausstreckt. Leider spielt häufig das Gründen neuer Gemeinden als effektivste und biblischste Möglichkeit dazu eine viel zu kleine Rolle. Man beschränkt sich oft auf die Missionsbemühungen einzelner Christen oder den Evangelisationsmöglichkeiten der jeweiligen Gemeinde.

Gemeinden/Kirchen sind sehr unterschiedlich. Diese Vielfalt ist kein dramatisches Problem, sondern eine unglaubliche Chance. Denn auch die Menschen, ihre Nöte, Vorlieben und Bedürfnisse sind völlig verschieden. Deswegen braucht es zum einen alle bestehenden Gemeinden/Kirchen einer Stadt, um dieser effektiv dienen zu können. Zum anderen braucht es aber auch eine Gemeindegründungsbewegung, um eine ausreichende Menge an christlichen Kirchen in einer Stadt sicherstellen zu können, und alle Menschen erreicht werden.

Das gemeinsame Ziel der Kirchen und Gemeinden einer Stadt sollte es sein, den vielfältigen Segen und die Liebe Gottes in die Stadt zu tragen. Das Königreich Gottes soll die Stadt von innen heraus mit Vergebung und Heilung durchdringen, so wie Hefe einen Teig durchdringt.

»Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig. Eine Frau nimmt eine Hand voll davon, mengt ihn unter einen halben Sack Mehl, und am Ende ist die ganze Masse durchsäuert.« (Jesus Christus, Matthäus 13,33; NGÜ)

Diese Transformation der Gesellschaft geschieht durch eine Vielzahl an aktiven Ortsgemeinden, die untereinander vernetzt sind. Für diese Vielzahl braucht es eine Gemeindegründungsbewegung.


soulfire DNA – Teil 6: Die Rolle des Evangeliums

Nach kurzer Pause geht es weiter mit den Grundwerten dieser Gemeindegründung. Heute geht es um die Rolle des Evangeliums. Eine Ausführung darüber, was ich unter diesem Evangelium verstehe, findet ihr, wenn ihr auf ‚Zum ersten Mal hier?‘ klickt.

Viele Christen haben zwar kein falsches, aber ein unvollständiges Verständnis vom Evangelium der Gnade Gottes. Sie halten das Evangelium nur für die Botschaft, die man Nichtchristen erzählt, damit diese dann daran glauben und so gerettet werden können. Diese unzulängliche Sichtweise drückt sich z. B. auch in dem Spruch „Preaching is for the sinner, teaching is for the saint“ („Predigen ist für den Sünder, Lehren ist für den Christen“) aus. Man nimmt fälschlicherweise an, dass man verlorenen Sündern die rettende Gnade Gottes predigt, während man ‚Schon-Bekehrten‘ nur noch erklären, bzw. sie ermahnen/ermutigen muss, so zu leben, wie es sich für einen Christen gehört.

Im Kontrast dazu steht folgende Aussage Tim Kellers: „Das Evangelium ist nicht das ABC, sondern das A-Z des christlichen Lebens.“ Nach seinem Verständnis ist das Evangelium nicht nur die Botschaft, durch die ein Mensch gerechtfertigt, sondern auch die Botschaft, durch die ein Mensch geheiligt wird. Wie genau soll das funktionieren?

Wie funktioniert das Evangelium?

Das Evangelium kommt zu mir als zu einem Opfer und zu einem Täter. Als Opfer bietet es mir Heilung, als Täter Vergebung. Weil jeder Mensch (außer Jesus Christus) Opfer und Täter ist, hat jeder Mensch diese zwei Bedürfnisse.

Das Evangelium ist nur für die Menschen eine gute Botschaft, welche die Notwendigkeit der eigenen Umkehr verstanden haben. Die Bibel warnt (sowohl im AT als auch im NT) davor, dass eigene Herz zu verhärten, also Gott gegenüber ‚zuzumachen‘, weil man sich nicht von einer bestimmten Sünde trennen oder Gott nicht vertrauen will. Auf den Zustand des eigenen Herzens zu achten, ist deswegen extrem wichtig. Umkehrbereitschaft macht das Evangelium zu einer guten Botschaft für mich persönlich. Martin Luther forderte deswegen in der ersten seiner 95 Thesen, „dass das ganze Leben des Gläubigen Buße sein soll“.

Das Evangelium lehrt uns, dass die Rettung bei Jesus zu finden ist. Rettung ist nicht etwas, dass er uns gibt, wie ein Geschenkpaket, was sich jeder bei ihm gratis abholt, ‚Danke‘ sagt, und sich dann wieder verabschiedet. Er ist die Rettung. Deswegen gilt es, an ihm dran zu bleiben, wie die Rebe am Weinstock bleiben muss. Auf diesem Hintergrund verstehe ich auch Römer 11,22: „Du hast hier also beides vor Augen, Gottes Güte und Gottes Strenge: seine Strenge denen gegenüber, die sich von ihm abgewendet haben, und seine Güte dir gegenüber – vorausgesetzt, du hörst nicht auf, dich auf seine Güte zu verlassen; sonst wirst auch du abgehauen werden.“ (NGÜ) Alles, was du machen musst, ist dich völlig, immer und für alles auf Jesus zu verlassen.

Man denkt vielleicht anfangs, dass es im christlichen Leben immer komplexer wird. Aber tatsächlich ist es meiner Erfahrung nach so, dass es sich immer mehr vereinfacht. Alles läuft darauf hinaus, die grundlegenden Wahrheiten des Evangeliums immer tiefer in mein Bewusstsein hineinzutragen. Man erkennt immer mehr, wie verloren man ohne Jesus ist (dazu gehören auch die eigene Religiösität und andere Selbstrettungsversuche), wie sehr man ihn deswegen braucht, wie wichtig Vertrauen und Umkehr sind. Gottes Gnade ist Lebenselixier – dass wird immer mehr durch Erfahrung klar.

Zwei Arten von Verlorenheit

Um eine vom Evangelium motivierte Gemeinde sein zu können, muss man die zwei Arten von Verlorenheit verstehen, die Jesus in seinem Gleichnis von den verlorenen Söhnen beschreibt. Klassischerweise konzentrieren sich Christen auf den ersten Sohn in der Geschichte (Lukas 15,11-32), der den Vater verlässt, in ein fernes Land zieht, und mit wildem, unmoralischem Leben sein komplettes Erbe verschleudert. ‚Das ist das perfekte Bild für Verlorenheit!‘ – denkt der Fromme. Aber tatsächlich geht es in der Geschichte eigentlich um den zweiten, den älteren Bruder, der brav zu Hause bleibt. Die Geschichte endet damit, dass der jüngere Bruder heimkehrt und vom Vater mit einer Begrüßungsfeier willkommen geheißen wird. Der ältere Bruder weigert sich, mit zu feiern. Er bleibt draußen stehen, voller Hass und Ärger über den jüngeren Bruder und die Großherzigkeit des Vaters. Jesus erzählt diese Geschichte den Frommen seiner Zeit. Sie hielten sich selbst für gut, gottgefällig und deswegen nicht bedürftig was Gottes Gnade betraf. „Eins der Anzeichen dafür, dass du die einzigartige, radikale Natur des Evangeliums nicht verstehst, ist deine Überzeugung, dass du es tust.“ (Tim Keller) Das Gleichnis soll bei den Hörern/Lesern die Frage aufwerfen: Wer ist weiter entfernt vom Vater? Welcher der beiden Söhne ist „verlorener“?

Wenn ich über diese Fragen nachgrübele, verstehe ich folgende Dinge:

a) Ich verstehe, dass es unter den Menschen, die sich nicht als Christen bezeichnen, ‚gute‘ und ’schlechte‘ Menschen gibt. Beide brauchen Jesus gleichermaßen und sind ohne Gottes Gnade verloren. Das Evangelium ist nämlich nicht einfach ein Aufruf zu korrektem (gottgefälligem) Verhalten, oder zur Religiösität. Es ist kein Moralisierungsversuch. Wenn eine von beiden Gruppen weiter von Gott entfernt, verlorener ist, dann eher der ‚gute‘, also ‚religiöse‘ Mensch. Jesus erzählt das Gleichnis , um die Pharisäer und Schriftgelehrten zu erreichen – doch letztendlich blieben sie die feindlichsten und aggressivsten Gegner Jesu. Es gibt eine fromme Gottlosigkeit.

b) Ich verstehe, dass es auch unter den Menschen, die sich als Christen bezeichnen, die Tendenz zu geistlichem Stolz und Selbstgerechtigkeit gibt. Besonders wenn man unter Errettung nur einen einmaligen Neuanfang und unter Heiligung nur das Erlernen äußerlicher Frömmigkeitsrituale versteht. Dann kann es leicht passieren, dass ich denke, dass ich ‚jetzt, als Christ‘ etwas Besseres bin. Das Evangelium konfrontiert mich: ‚Du bist vielleicht Christ, aber du hast es nicht verdient, dass Gott dir die Treue hält. Dass er es trotzdem tut, ist völlig unverdient, und sollte dich sehr demütig machen.‘

c) Gottes Gnade bewirkt nicht nur Demut, sondern auch Dankbarkeit und Freude. Gegenliebe. Für einen Gott, der an einer Liebesbeziehung zum Menschen interessiert ist, sind das die einzig zulässigen Motivationen für Veränderung.

Wie sieht eine von dieser Botschaft durchdrungene Gemeinde aus?

Wenn nicht nur ein Einzelner, sondern eine ganze Gemeinschaft von dieser Realität gepackt, beeindruckt und bewegt wird, zeigt sich das u. a. auf folgende Weise:

Inklusiv statt exklusiv – dadurch missional. Durch das Verständnis der Abhängigkeit von der Gnade Gottes bei den Christen fällt das ‚wir heilig-ihr sündig‘ Denken in der Gemeinschaft weg. Betont wird die Gemeinsamkeit zwischen Christen und Nichtchristen. Es gibt einen fundamentalen Unterschied, aber dieser wird nicht überbetont. Der ‚vor Gott sind wir alle gleich‘ Gedanke eint Christen und Nichtchristen. Dadurch schaffe ich einen Ort, in dem sich Nichtchristen respektiert und geliebt fühlen. Damit tut die Gemeinde das Gleiche, was Jesus praktizierte, indem er zusammen mit seinen Jüngern und mit ‚Zöllnern und Sündern‘ aß. Gleichzeitig wird aber auf ‚Pharisäer‘ zugegangen. Das ist christliche Nächstenliebe.

‚Gospel irony‘ statt religiösem Ernst – dadurch Lebendigkeit und Frische. Eins der unangenehmen Merkmale des religiösen, selbstgerechten Menschen ist, dass er sich selbst zu ernst, zu wichtig nimmt. Erkennt er jedoch, wie albern und lächerlich seine Selbstrettungsversuche sind, lernt er durch das Evangelium, über sich selbst zu lachen. Aus Gottes Perspektive betrachtet muss vieles sehr witzig wirken, was wir so ernst nehmen… Tim Keller nennt die Fähigkeit, durch das Evangelium über sich selber lachen zu können ‚gospel irony‘.

Demut statt Überheblichkeit und Stolz. Aus derselben Dynamik entsteht auch die Demut, die eine christliche Gemeinschaft ausmachen sollte. Demut bedeutet, eine Selbsteinschätzung zu haben, die sich mit Gottes Realität deckt. Eine vom Evangelium angetriebene Gemeinde schaut nicht auf andere herab, sondern zu anderen auf. Keiner ist besser als ich, deswegen kann ich von jedem etwas lernen – Christ wie Nichtchrist.

Dass bei dieser Gemeindegründung eine solche Gemeinschaft entsteht, ist ein ganz zentraler Teil der soulfire-Vision.


Die soulfire-DNA.

Reformation und Symbiose:

Vielleicht kennt ihr den lateinischen Ausspruch ecclesia semper reformanda. Etwas frei übersetzt heißt dieser Satz, dass die Kirche/Gemeinde sich ständig in einem Selbsterneuerungsprozess befinden muss.

Dieser Selbsterneuerungsprozess bedeutet konkret, dass Glaube und Praxis immer wieder anhand der Schrift überprüft werden müssen. Man hinterfragt die eigenen Überzeugungen und Glaubenspraktiken. Dabei geht es um Festigung, Selbstreinigung und Selbstkorrektur. Das ist nötig, weil die Gemeinde Gottes aus schwachen, fehler- und sündhaften Menschen besteht.

Es geht nicht darum, einfach ‚alles besser zu machen‘ oder ’sein eigenes Ding zu drehen‘. Nicht der eigene Geschmack oder das eigene Ego sind der Antrieb, sondern die eigenen biblischen Überzeugungen, begleitet von einer echten Liebe zu den Menschen und geprüft durch das Gewissen vor Gott. Diese Selbsterneuerung in der Gemeindestruktur durch Gemeindeneugründung ist das natürliche Nebenprodukt des persönlichen geistlichen Wachstums (ich lerne dazu, mein Gesamtbild ist vollständiger und ausgewogener, meine Liebe zu Gott und Menschen ist stärker und tiefer).

Ein wichtiger Faktor in solch einem Selbsterneuerungsprozess ist die Symbiose. „Unter einer Symbiose versteht man ganz allgemein das Zusammenwirken zweier Systeme zum beiderseitigen Vorteil.“ Praktisch gesehen bedeutet das (im Bezug auf Gemeindegründung), dass sich aus zwei oder mehreren Gemeindebewegungen etwas Frisches, Neues formt. Manches wird unverändert übernommen, manches wird verändert übernommen, manches wird gar nicht übernommen.

Die Vision für die Gemeindegründung in Köln ist eine Symbiose aus der DNA von Calvary Chapel (auch Distinctives genannt) und der Redeemer Gemeindegründungsbewegung. Dabei wird es zwischen dem, wofür diese beiden Bewegungen stehen, Übereinstimmungen aber auch Spannungsfelder geben. Aber letztendlich, so die dahinterstehende Überzeugung, wird das durch die Symbiose entstehende Ergebnis nicht nur anders, sondern stärker sein. Schwächen werden ausgeglichen, Stärken werden kombiniert.

Dieser Wunsch deckt sich mit der Vision, die wir als Christen im Bezug auf die Gemeinde haben sollten:

„Er hat ihr die Apostel gegeben, die Propheten, die Evangelisten, die Hirten und Lehrer. Sie haben die Aufgabe, diejenigen, die zu Gottes heiligem Volk gehören, für ihren Dienst auszurüsten, damit ´die Gemeinde`, der Leib von Christus, aufgebaut wird. Das soll dazu führen, dass wir alle in unserem Glauben und in unserer Kenntnis von Gottes Sohn zur vollen Einheit gelangen und dass wir eine Reife erreichen, deren Maßstab Christus selbst ist in seiner ganzen Fülle. Denn wir sollen keine unmündigen Kinder mehr sein; wir dürfen uns nicht mehr durch jede beliebige Lehre vom Kurs abbringen lassen wie ein Schiff, das von Wind und Wellen hin und her geworfen wird, und dürfen nicht mehr auf die Täuschungsmanöver betrügerischer Menschen hereinfallen, die uns mit ihrem falschen Spiel in die Irre führen wollen. Stattdessen sollen wir in einem Geist der Liebe an der Wahrheit festhalten, damit wir im Glauben wachsen und in jeder Hinsicht mehr und mehr dem ähnlich werden, der das Haupt ist, Christus.“ (Epheser 4,11b-15; NGÜ)

Als reife Christen sollten wir uns wünschen, dass die Gemeinde immer größer, besser und stärker wird. Und das ist unsere Vision, wenn (eine Auswahl von) Calvary Distinctives und Redeemer Core Values verschmelzen.


1. Calvary Distinctives (was eine Calvary Chapel ausmachen soll)

Liebe ist das Wichtigste. Im Notfall ist sie wichtiger als Rechtgläubigkeit. Unsere Überzeugungen kann Gott in einem Augenblick ändern – die Veränderung unseres Herzens braucht eine ganze Lebenszeit.

Gnade beschreibt den Umgang miteinander und bestimmt so die Atmosphäre. Anstatt geistliche Polizei zu spielen, wollen wir lieber Notarzt sein und helfen. Wir geben anderen die Gnade, die wir uns (von Gott und von Anderen) für uns selbst wünschen.

Bibellehre ist eins der wichtigsten Merkmale einer Calvary Chapel. Die auslegenden Vers-für-Vers-Predigten (ergänzt von thematischen Predigten) halten wir für die beste Art, ausgewogene Theologie zu vermitteln, Christen geistlich zu ernähren, und sie so zu einer geistlichen Mündigkeit/Selbständigkeit zu führen.

Der Heilige Geist spielt eine wichtige Rolle. In ihm ist Gott gegenwärtig und wirkt all die Dinge in unserem Leben, unseren Diensten und unserer Gemeinschaft, die nur Gott tun kann. Dazu gehören veränderte Leben, geistliche Frucht, und Weisheit für Entscheidungen. Wir wollen unser bestmögliches geben, uns aber dann trotzdem zu 100% auf ihn verlassen.

Was den Stil angeht, sind wir locker und ungezwungen, und bemühen uns um eine freundschaftliche, ungezwungene aber auch unaufdringliche Wärme. Das gilt für uns persönlich und für unsere Gottesdienste/Treffen.


2. Redeemer Core Values (die DNS des Redeemer Netzwerks)

City Focused Church. Jesus (weint über Jerusalem) statt Jona (wünscht Ninive den Untergang). Verständnis der strategischen Wichtigkeit für die Ausbreitung des Evangeliums/des Reiches Gottes. Liebe für die Stadt, weil voller Menschen.

Gospel – Driven Church. „Das Evangelium ist nicht das ABC, sondern das A-Z des christlichen Lebens.“ In diesem Sinne sind wir als Christen mit allen Nichtchristen im selben Boot: wir brauchen Jesus, wir brauchen Gnade, sind hoffnungslos verloren ohne Gott. Wertschätzung, Respekt und Liebe für Nichtchristen; kein Pharisäertum. Christen sind nicht bessere Menschen als Nichtchristen!

Movement Minded Church. Nicht nur eine Gemeindegründung, sondern eine Gemeindegründungsbewegung. Neugründung von Gemeinden ist ’normal‘, gehört dazu, ist ‚eingebaut‘. D. h., jede neu gegründete Gemeinde hat von Anfang an das Ziel, weitere Gemeinden zu gründen.

Outward Faced Church. Gemeinden existieren nicht zum Selbstzweck. Paulus‘ Ermahnung an die Gemeinde in Philippi gilt auch uns: „Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war: ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen!“ (2,5.4) Nur das eigene Wohlergehen zu suchen ist ein Zeichen von Unreife und mangelnder Nähe zum Herz Jesu. Gemeinden sind genauso für Nichtchristen wie für Christen da.

Contextualized Church. Eine kontextualisierte Gemeinde arbeitet nach den selben Dienstprinzipien wie Paulus. Der sagte über sich selbst: „Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise einige rette.“ (1. Korinther 9,22) Er passte sich entsprechend seinem Umfeld an. Dabei ging es ihm darum, alle möglichen Hindernisse für das Evangelium zu beseitigen, ohne dabei das Evangelium selbst zu verraten oder zu verlieren. Die kontextualisierte Gemeinde zeigt echtes Interesse an den Menschen, die erreicht werden sollen, und fragt sich: Welche menschlichen Hindernisse halten diese Menschen noch davon ab, das Evangelium hören zu wollen? (Man könnte die Inkarnation von Jesus auch als ‚kontextualisierten Gott‘ bezeichnen. Er hörte nicht auf, Gott zu sein – verlor nicht seine Identität –, kam aber zu uns, lebte unter uns, wurde einer von uns, und brachte uns das Heil.)

Diese Prinzpien (sowohl der Calvary Chapel Bewegung als auch der Redeemer Gemeindegründungsbewegung) werde ich in diesem Blog in dieser Reihenfolge einzeln weiter ausführen. Dann können sie per Commentfunktion kommentiert und diskutiert werden.


Tim Keller: Warum Gemeinden gründen?

Sowohl Christen als auch Nichtchristen beschäftigt diese Frage. Tim Keller, Pastor der Redeemer Presbyterian Church in Manhattan, NY, beantwortet sie ausführlich in seinem Vortrag. Hier das Predigtskript auf Deutsch:

Warum Gemeinden gründen?

(Tim Keller)

Aktives, ständiges Gründen von neuen Gemeinden ist die beste und wichtigste Strategie um 1) das zahlenmäßige Wachstum im Leib Christi in einer Stadt und 2) die konstante, gemeinschaftliche Erneuerung und Erweckung von bereits existenten Gemeinden einer Stadt zu sichern. Nichts anderes – weder Großevangelisationen, noch Missionsprogramme, noch christliche Werke, noch wachsende Megachurches, noch Gemeindeberatung, noch Methoden zur Gemeindeerneuerung – wird einen so bleibenden Eindruck hinterlassen wie dynamisches, großflächig angelegtes Gründen von neuen Gemeinden.

Das ist eine provokante Aussage. Aber für diejenigen, welche sich auch nur ein wenig mit diesem Thema beschäftigt haben, ist sie völlig unumstritten. Die übliche Reaktion auf das Gesprächsthema ‚Gemeindegründung‘ sieht meistens folgendermaßen aus:

„Wir haben schon genug Gemeinden, und alle haben noch viel Platz für neue Leute. Lasst uns diese Gemeinden doch erstmal voll bekommen, bevor wir anfangen, neue Gemeinden zu bauen.“

„Jede Gemeinde in unserer Stadt war schon mal voller als sie es jetzt ist. Die Anzahl der Gemeindegänger sinkt stetig. Eine neue Gemeinde an diesem Ort wird nur von den Gemeinden, die sowieso schon leiden, Leute abziehen, und damit alle Anderen schwächen.“

„Hilf doch erstmal den kämpfenden Gemeinden! Eine neue Gemeinde hilft nicht den anderen Gemeinden, die sich gerade noch so über Wasser halten nicht. Wir brauchen nicht mehr Gemeinden sondern bessere Gemeinden.“

Vielen Menschen erscheinen diese Aussagen als logisch. Aber sie ruhen auf verschiedenen falschen Annahmen. Diese Denkfehler sieht man, wenn man für sich selbst die Frage beantwortet, warum Gemeindegründungen so unglaublich wichtig sind.

Wir wollen dem biblischen Auftrag Folge leisten!

Jesu Auftrag war in Wirklichkeit ein Ruf zur Gemeindegründung

Fast alle großen evangelistischen Herausforderungen des neuen Testaments sind letztendlich ein Ruf, Gemeinden zu gründen, und nicht bloß den Glauben weiterzugeben. Der ‚Missionsbefehl‘ (Matthäus 28,18-20) enthält nicht nur den Auftrag ‚zu Jüngern zu machen‘, sondern auch ‚zu taufen‘. In der Apostelgeschichte und an anderen Stellen wird deutlich, dass die Taufe für die Eingliederung in eine anbetende Gemeinschaft mit den dazugehörigen Verantwortungen und Grenzen steht (Apostelgeschichte 2,41-47). Die einzige Möglichkeit, um wirklich sicher zu sein, dass die Zahl der Christen in einer Stadt steigt, ist es, die Zahl der Gemeinden zu erhöhen. Warum? Weil ein Großteil der ‚traditionellen‘ Form der Evangelisation sich auf eine ‚Entscheidung‘ für Jesus konzentriert.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele dieser ‚Entscheidungen‘ wieder verschwinden, und nicht in einem veränderten Leben resultieren. Woran liegt das? Sehr viele Entscheidungen sind nicht wirklich Bekehrungen, sondern häufig der Beginn einer Reise, in der es darum geht, Gott zu finden. (Manche Entscheidungen sind natürlich definitiv auch der Moment der Neugeburt, dies ist von der Person abhängig.) Aber nur die Person, die in dem Kontext einer anhaltenden, anbetenden und betreuenden Gemeinschaft evangelisiert wird, kann wirklich sicher sein, dass er schlussendlich zu einem lebendigen und rettenden Glauben findet. Aus diesem Grund kann ein führender Missiologe wie C. Peter Wagner sagen, dass ‚das Gründen von neuen Gemeinden die effektivste evangelistische Methode auf Erden ist.‘

Paulus‘ Strategie war die Gründung von städtischen Gemeinden

Der großartigste Missionar aller Zeiten hatte eine recht simple, zweifache Strategie. Zuerst ging er in die größte Stadt einer Region (siehe Apostelgeschichte 16,9.12). Dann gründete er Gemeinden in jeder Stadt (siehe Titus 1,5: „du sollst in jeder Stad Älteste einsetzen“). Sobald Paulus dies getan hatte, konnte er sagen, dass er das Evangelium in einer Gegend ‚völlig verkündigt‘, und deswegen dort ‚keinen Auftrag‘ mehr hatte (siehe Römer 15,19.23).

Daraus lernen wir, dass Paulus zwei maßgebende Annahmen hatte: a) dass man am meisten bleibenden Einfluss in einem Land durch die größten Städte dieses Landes hinterließ und b) dass man am meisten bleibenden Einfluss in einer Stadt durch Gemeindegründung ausübte. Sobald er dies in einer Stadt erreicht hatte, zog er weiter. Er wusste, dass alles, was noch geschehen musste, passieren würde.

„Aber“ mag nun jemand sagen, „das war ganz am Anfang. Jetzt ist – zumindest unser Land – voll von Gemeinden. Warum sollte Gemeindegründung heute noch wichtig sein?“

Wir wollen den Missionsbefehl erfüllen

Hier einige Fakten:

  1. Neue Generationen, neue Einwohner und neue Volksgruppen werden am besten durch neue Gemeinden erreicht.

Erstens findet man in neueren Gemeinden unverhältnismäßig viele junge Erwachsene. In schon länger bestehenden Gemeinden haben sich Traditionen gebildet (Anbetungsstil, Gottesdienstlänge, emotionale Reaktionsfreudigkeit, Predigtthemen, Leiterschaftsstil, emotionale Atmosphere, und tausende anderer kleiner Bräuche), welche die Vorlieben der älteren Leiter widerspiegeln, die schon länger in der Gemeinde sind und den Einfluss und das Geld haben, um das Gemeindeleben zu beeinflussen. Mit diesen Traditionen werden die jüngeren Generationen nicht erreicht.

Zweitens werden auch neue Einwohner besser durch neue Gemeinden erreicht. In älteren Gemeinden kann es 10 Jahre dauern, bis man in die Leiterschaft oder andere einflussreiche Kreise gelassen wird. Aber in jungen Gemeinden ist es tendenziell so, dass Zugezogene den gleichen Einfluss haben, wie solche, die schon lange dort wohnen.

Letztens werden auch neue Volksgruppen eines Ortes besser durch neue Gemeinden erreicht. Wenn zum Beispiel pendelnde Büroangestellte in eine Gegend ziehen, in welcher die alteingesessenen Einwohner Landwirte waren, ist es wahrscheinlich, dass eine neugegründete Gemeinde den unzähligen Bedürfnissen der neuen Bewohnern gegenüber viel empfänglicher ist, während die die älteren Gemeinden sich weiterhin mehr auf die ursprüngliche Gesellschaftsschicht konzentrieren wird. Außerdem werden zugezogene ethnische Gruppen am Besten durch eine neugegründete Gemeinde erreicht, die von Anfang an multikulturell ausgerichtet ist.

Ein Beispiel: Wenn eine vormals nur von Deutschen bewohnte Gegend einen Ausländeranteil von 33% entwickelt, wird eine neue, absichtlich multikulturell ausgerichtete Gemeinde mit viel höherer Wahrscheinlichkeit einen kulturellen Freiraum für die Zuzügler schaffen können als die alteingesessene Gemeinde der Stadt. Schließlich werden gerade angekommene Immigrantengruppen fast ausschließlich durch Gemeinden erreicht, die Dienste in deren Muttersprache anbieten. Wenn wir abwarten, bis eine neue Gruppe in der deutschen Kultur angepasst genug ist, damit sie in unsere Gemeinde integriert werden kann, werden wir jahrelang warten, ohne uns zu ihnen auszustrecken.

(Anmerkung: eine neue Gemeinschaft für eine neue Volksgruppe kann auch innerhalb einer existierenden Gemeindestruktur geschaffen werden. Dies kann entweder durch einen weiteren Sonntagsgottesdienst geschehen, den man zu einer anderen Uhrzeit stattfinden lässt, oder ein neues Netzwerk an Hausgemeinden, welches mit einer größeren, bereits existenten Gemeinde verbunden ist. Auch wenn in diesen Fällen keine neue, unabhängige Gemeinde gegründet wird, dienen diese Möglichkeiten doch dem selben Zweck.)

Zusammenfassend kann man sagen, dass neue Gemeinden Neuankömmlinge und neue Gesellschaftsgruppen schneller und bereitwilliger integrieren und Einfluss nehmen lassen als ältere Gemeinden. Deswegen haben sie diese in der Vergangenheit schon immer leichter erreichen können, und werden dies auch zukünftig tun. Das bedeutet natürlich, dass Gemeindegründung nicht nur etwas für weit entfernte, ‚heidnische‘ Nationen ist, die wir in christliche Nationen verwandeln möchten. Christliche Nationen müssen einfach aus dem Grund großflächige, lebendige Gemeindegründung betreiben, um christlich zu bleiben!

  1. Neue Gemeinden erreichen die Unerreichten einfach am Besten. Punkt.

Dutzende konfessioneller Studien bestätigen, dass die durchschnittliche neue Gemeinde einen Großteil seiner Mitglieder (60-80%) aus den Reihen der Menschen erhält, die zuvor keine Gemeindegänger gewesen waren. Bereits nach 10-15 Jahren hingegen gewinnt eine Gemeinde 80-90% ihrer neuen Mitglieder dadurch, dass Leute die Gemeinde wechseln. Das bedeutet, dass die durchschnittliche neugegründete Gemeinde 6-8mal mehr neue Leute in den Leib Christi bringt als eine alte Gemeinde derselben Größenordnung. Deswegen ist es so, dass – obwohl etablierte Gemeinden Vieles leisten können, was jüngere Gemeinden noch nicht haben – ältere Gemeinden allgemein gesprochen niemals in der Lage sein werden, was die Effektivität der jüngeren Gemeinden im Erreichen von Menschen angeht, mitzuhalten.

Warum ist das so? Altert eine Gemeinde, führt innerer, institutioneller Druck dazu, dass ein Großteil der Ressourcen und der Energie in Richtung der Anliegen der Mitglieder, und nicht zu denen außerhalb der Kirchenmauern fließt. Diese Entwicklung ist natürlich und zumeist auch wünschenswert. Denn aus diesem Grund haben ältere Gemeinden eine Stabilität und Festigkeit, welche viele Menschen auch brauchen und worin sie wirklich aufgehen. Das bedeutet nicht, dass etablierte Gemeinden keine neuen Leute gewinnen können. Tatsächlich werden viele Nichtchristen nur durch Gemeinden erreicht werden, deren Wurzeln tief in die Gesellschaft gehen und die sich mit Stabilität und Ansehen schmücken können.

Trotzdem ist es allgemein so, dass neue Gemeinden schon allein aus dem Grund auf die Bedürfnisse ihrer Nicht-Mitglieder fokussiert sind, weil sie wollen, dass ihre Gemeinde richtig in Gang kommt. Weil viele ihrer Leiter selbst erst vor kurzem aus den Reihen der Unerreichten gekommen sind, ist diese Gemeinde viel sensibler für die Anliegen der Nichtchristen. Außerdem haben wir in den ersten zwei Jahren unseres Lebens als Christ wesentlich mehr enge, persönliche Beziehungen mit Nichtchristen als danach. Daher hat eine Gemeinde, die voll von „Frischbekehrten“ ist, die Fähigkeit besitzen, viel mehr Nichtchristen einzuladen und zu den Angeboten des Gemeindelebens zu bringen als die die Mitglieder der klassischen, etablierten Gemeinde.

Was heißt das nun ganz praktisch? Wenn wir unsere Stadt erreichen wollen – sollen wir versuchen, ältere Gemeinden zu erneuern, um sie evangelistischer zu machen, oder sollten wir viele neue Gemeinden gründen? Ganz offensichtlich basiert diese Fragestellung auf einer falschen entweder/oder Zweiteilung. Wir müssen beides tun! Nichtsdestotrotz beweist alles bisher Gesagte, dass – bis auf gelegentliche Ausnahmen – die einzige Möglichkeit, in großem Umfang dauerhaft viele, neue Christen in den Leib Christi zu bringen, die Neugründung von Gemeinden ist.

Um dieses Prinzip verdeutlicht zu sehen, stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Stadt A, Stadt B und Stadt C sind exakt gleich groß und haben jeweils 100 Gemeinden mit je 100 Gemeindegliedern. Sind in Stadt A alle Gemeinden älter als 15 Jahre, wird die Gesamtzahl der aktiven Gemeindegänger auch dann sinken, wenn 4 oder 5 Gemeinden richtig lebendig werden und sich in ihnen die Mitgliederzahl verdoppeln sollte. In Stadt B sind 5 der Gemeinden jünger als 15 Jahre alt, und diese gewinnen zusammen mit einigen älteren Gemeinden Menschen für Jesus, was aber nur den normalen Rückgang der alten Gemeinden ausgleicht. Deswegen wird die Gesamtzahl der aktiven Gemeindegänger gleich bleiben. In Stadt C sind 30 der Gemeinden jünger als 15. In dieser Stadt wird die Gesamtzahl der Gemeindegänger mit jeder Generation um 50% wachsen.

Aber“ könnte an diesem Punkt jemand entgegnen, „was ist mit all den bereits existierenden Gemeinden, die Unterstützung nötig hätten? Die bleiben doch bei dieser Rechnung völlig außen vor!“ Doch das stimmt nicht. Denn wir gründen auch Gemeinden,

Um kontinuierlich den gesamten Leib Christi zu erneuern.

Es ist ein großer Denkfehler, zu denken, dass man sich zwischen Gemeindegründung und Gemeindeerneuerung entscheiden muss. So seltsam das auch klingen mag: das Gründen von neuen Gemeinden ist eine der allerbesten Methoden, um viele ältere Gemeinden in der näheren Umgebung zu beleben, und den ganzen Leib Christi zu erneuern. Warum?

  1. Die neuen Gemeinden bringen neue Denkanstöße für den ganzen Leib.

Die Vorstellung, dass wir neue Gemeinden gründen müssen, um den ständigen Zufluss von ’neuen‘ Gruppen, Generationen und Einwohnern erreichen zu können, stößt oft auf Ablehnung. Viele Gemeinden bestehen darauf, dass alle zur Verfügung stehenden Ressourcen genutzt werden sollten, um bestehenden Gemeinden zu helfen, diese Menschen zu erreichen. Aber es gibt keinen besseren Weg, älteren Gemeinschaften die neuen Hilfsmittel und Methoden zum Erreichen neuer Menschengruppen beizubringen als durch das Gründen neuer Gemeinden. Es sind die neuen Gemeinden, welche die Freiheit haben, innovativ zu sein und zur ‚Forschungs- und Entwicklungsabteilung‘ für den gesamten Leib Christi in einer Stadt zu werden. Häufig waren die älteren Gemeinden zu zurückhaltend, um eine bestimmte Vorgehensweise auszuprobieren, bzw. waren völlig davon überzeugt, ‚dass das hier nicht funktionieren kann‘. Aber wenn eine neue Gemeinde in einer Stadt unglaublichen Erfolg mit einer neuen Methode hat, bemerken die anderen Gemeinden dies früher oder später, und werden dazu ermutigt, diese selber einmal auszuprobieren.

  1. Neue Gemeinden sind eine der besten Möglichkeiten, kreative, starke Leiter für den gesamten Leib Christi hervorzubringen.

In älteren Gemeinden betonen die Leiter Traditionen, Beständigkeit, Routine und verwandschaftliche Verbindungen. Neue Gemeinden, auf der anderen Seite, ziehen einen höheren Prozentsatz von wagemutigen Leuten an, die Kreativität, Risiko, Innovation und Zukunftsausrichtung wichtig finden. Viele dieser Männer und Frauen würden sich niemals in einen bedeutsamen Dienst berufen fühlen, wenn es diese neuen Gemeinden nicht gäbe. Oft grenzen ältere Gemeinden starke Leiterpersönlichkeiten aus, weil deren Fähigkeiten innerhalb einer traditionellen Struktur nicht funktionieren. Deswegen ziehen junge, städtische Gemeinden diese Leute – deren Gaben ansonsten in der Gemeinde keine Verwendung gefunden hätten, an, und setzen sie ein. Letztendlich sind diese neuen Leiter allen Gemeinden einer Stadt nützlich.

  1. Die neuen Gemeinden fordern die anderen Gemeinden dazu heraus, sich selbst kritisch zu überprüfen.

Der „Erfolg“ neuer Gemeinden fordert die etablierten Gemeinden häufig dazu heraus, sich selbst ganz neu zu bewerten. Manchmal ist es nur der Kontrast zur neuen Gemeinde, der es den älteren Gemeinden möglich macht, endlich ihre eigene Vision, Besonderheit und Identität auszudefinieren. Oft gibt das Wachstum neuer Gemeinden den älteren Gemeinden neue Hoffnung, ‚dass es doch möglich ist‘. Manchmal führt es sogar zu Demut und Buße über defätistische und pessimistische Einstellungen. Neue Gemeinden arbeiten mit bestehenden Gemeinden zusammen, um Dienste zu stämmen, die keiner von beiden alleine tun könnte.

  1. Eine neue Gemeinde kann die Aufgabe des Evangelisten für eine ganze Stadt übernehmen.

Oft bringt die neue Gemeinde viele Bekehrte hervor, welche aus unterschiedlichen Gründen in den älteren Gemeinden landen. Manchmal ist die neue Gemeinde sehr aufregend und nach außen gewandt, aber gleichzeitig sehr instabil oder unreif in ihrer Leiterschaft. Daher können manche Bekehrten die turbulenten Veränderungen, die regelmäßig in neuen Gemeinden auftreten, nicht aushalten, und sie wechseln in eine bestehende Gemeinde. Manchmal erreicht eine neue Gemeinde einen Menschen für Jesus, aber der frisch Bekehrte merkt bald, dass er nicht in das soziologische Gefüge der neuen Gemeinde hineinpasst, und fühlt sich deswegen eher zu einer etablierten Gemeinde hingezogen, in der die Bräuche und die Kultur vertrauter sind. Gewöhnlich bringen neue Gemeinden in einer Stadt nicht nur neue Leute für sich selbst, sondern auch für die älteren Gemeinden hervor. Fazit: Eifrige Gemeindegründung ist eine der besten Möglichkeiten, bestehende Gemeinden einer Stadt zu erneuern, sowie der allerbeste Weg, dem gesamten Leib Christi in einer Stadt zum Wachstum zu verhelfen.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum es gut für die Gemeinden in einer Gegend ist, Gemeindegründung zu initiieren oder zumindest zu unterstützen. Wir gründen Gemeinden…

…als eine Übung im ‚Reichgottesdenken‘.

Generell gesprochen ist das Gründen von Gemeinden die größte Hilfe für eine existierende Gemeinde, wenn die neue Gemeinschaft freiwillig aus der älteren Muttergemeinde heraus geboren wird. Oft werden die Begeisterung, die neuen Leiter, die neuen Dienste und neuen Gemeindglieder auf verschiedene Weisen wieder zurück in die Muttergemeinde getragen, und stärken und erneuern diese. Auch wenn es wehtut, gute Freunde und einige Leiter ziehen zu lassen, erlebt die Muttergemeinde normalerweise einen Anstieg im Selbstbewusstsein und Zustrom neuer, enthusiastischer Leiter und Gottesdienstbesucher.

Trotzdem konfrontiert eine neue Gemeinde in einem Ort meistens die anderen Gemeinden in einem wichtigen Bereich: dem ‚Reichgottesdenken‘. Wie wir gesehen haben, ziehen neue Gemeinden die meisten Mitglieder (bis zu 80%) aus den Reihen der Nichtchristen. Aber sie werden immer ebenfalls Leute aus bestehenden Gemeinden anziehen. Das ist unumgänglich. An diesem Punkt sehen sich die etablierten Gemeinden mit einer Frage konfrontiert: „Werden wir uns über die 80% freuen – die neuen Leute, die das Reich Gottes durch diese Gemeinde hinzugewonnen hat – oder werden wir klagen und uns über die drei Familien beschweren, die wir an die neue Gemeinde verloren haben?“ Anders ausgedrückt, ist unsere Haltung der neuen Gemeinde gegenüber ein Test dafür, ob es uns mehr um unser eigenes Revier und unsere Denomination, oder um die allumfassende Gesundheit und das Wohlergehen des Reichs Gottes innerhalb der Stadt.

Jede Gemeinde, die sich mehr über ihre kleinen Verluste aufregt, als dass sie sich über den großen Gewinn für das Reich Gottes erfreut, verrät damit ihre begrenzten Interessen. Aber, wie wir gesehen haben, ist der Nutzen, den ältere Gemeinden aus der Gründung neuer Gemeinden ziehen können, ein sehr großer, selbst wenn das nicht von Anfang an sichtbar ist.

Zusammenfassung

Wirft man einen schnellen Blick auf die Einwände gegen Gemeindegründung, die wir in der Einleitung besprochen haben, sieht man, welche falschen Prämissen diesen Einwänden zugrunde liegen:

  1. Man geht davon aus, dass ältere Gemeinden Neuankömmlinge in einer Stadt genauso gut erreichen kann, wie neue Gemeinden. Aber um neue Generationen und Menschengruppen zu erreichen, braucht man sowohl erneuerte, alte Gemeinden als auch viele junge Gemeinden.
  2. Man geht davon aus, dass neue Gemeinden nur Leute erreicht, die sowieso schon in eine Gemeinde gehen. Aber neue Gemeinden erreichen eigentlich viel mehr neue Leute, und erhöhen so die Gesamtzahl der Gemeindegänger einer Stadt.
  3. Man geht davon aus, dass Gemeindegründung ältere Gemeinden nur entmutigt. Auch wenn das möglicherweise passieren kann, sind neue Gemeinden aus unterschiedlichen Gründen eine der besten Möglichkeiten, die älteren Gemeinden zu erneuern und zu beleben.
  4. Man geht davon aus, dass neue Gemeinden nur da erfolgreich sind, wo die Bevölkerung zunimmt. Aber tatsächlich erreichen sie überall dort Leute, wo die Bevölkerung sich verändert. Wenn neue Leute kommen und ehemalige Einwohner ersetzen, braucht man neue Gemeinden (auch wenn die Gesamteinwohnerzahl sinkt).

Die Gründung neuer Gemeinden ist die einzige Möglichkeit, um wirklich sicher zu gehen, dass die Anzahl der Christen in einer Stadt steigt, und eine der besten Möglichkeiten, den ganzen Leib Christi zu erneuern. Die Beweise für dieses Statement sind überzeugend – biblisch, soziologisch und historisch. Letztendlich kann uns ein Mangel an Reichgottesdenken für all diese Beweise blind machen. Davor sollten wir uns hüten.